Schmidt Aktionsverkauf
Wie ein Räumungsverkauf zum Rekord geschäft wurde
Nach über 100 Jahren Familiengeschichte fiel die Entscheidung schwer – doch der Abschied vom eigenen Juweliergeschäft wurde für Thilo Schmidt in Westerstede zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Mit Unterstützung von Alexander Schmidt gelang nicht nur ein reibungsloser Ausverkauf, sondern auch ein wirtschaftlich überzeugender Abschluss.
Nach vier Jahrzehnten im eigenen Geschäft und insgesamt rund 100 Jahren Familientradition war für Thilo Schmidt und seine Frau Petra klar: Es ist Zeit, loszulassen. „Wir haben uns vor drei bis vier Jahren gefragt, wie es weitergeht – wir haben keine Kinder und wollten dennoch eine gute Lösung für den Standort finden“, erinnert sich Schmidt. Es fand sich über Branchenkontakte tatsächlich ein Nachfolger, ein Juwelier mit Filialen in der Region, der nicht nur die Räumlichkeiten, das Mobiliar, sondern auch das Team übernehmen wollte. „Eine gute Nachfolgelösung zu finden ist heute ein echter Glücksfall“, betont Schmidt.
Damit war die wichtigste Grundlage gelegt – doch eine entscheidende Frage blieb: Wie organisiert man einen optimalen Ausverkauf?
Empfehlung statt Zufall
Die Antwort kam gleichfalls über Branchenkontakte. „Wir haben mit vielen Kollegen gesprochen“, berichtet Schmidt. Schließlich habe ihn die Empfehlung eines Berufskollegen überzeugt, sich intensiver mit dem Konzept von Alexander Schmidt zu beschäftigen: „Er sagte: ‚Ich habe es nicht geglaubt, aber am letzten Tag bin ich mit einem Tablett aus dem Laden gegangen – alles andere war verkauft.‘“ Ein Versprechen, das sich bestätigen sollte.
System statt Bauchgefühl
Seit Ende Oktober läuft der Räumungsverkauf – begleitet von einem klar strukturierten Konzept und einem Coach vor Ort. „Das ist wirklich etwas völlig anderes als der normale Geschäftsalltag“, so Schmidt. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der präzisen Planung: „Die Prognosen zu Umsatz und Kosten – die treffen alle zu.“ Ein zentraler Unterschied zu klassischen Rabattaktionen liegt im Verkaufssystem: Statt prozentualer Nachlässe wird überwiegend mit klaren Preisen gearbeitet. „Alter Preis, neuer Preis – das ist Psychologie. Und sehr erfolgreich“, erklärt Schmidt. Bereits in den ersten zwei Monaten wurden mit vergleichsweise geringen Preisnachlässen enorme Umsätze erzielt.
„Die Prognosen zu Umsatz und Kosten – die treffen alle zu.“Petra und Thilo Schmidt
Rekordzahlen durch gezielte Ansprache
Der Erfolg begann mit einem gezielten Kundenanschreiben. Rund 3.500 Stammkunden wurden informiert – mit überwältigender Resonanz: „Am ersten Tag hatten wir statt 30 Kunden plötzlich 170, am zweiten Tag über 130. Das war gigantisch.“
Auch die anschließende Werbung zeigte Wirkung. Zeitungsanzeigen, Plakatkampagnen in der Region und eine durchdachte Marketingstrategie sorgten für zusätzliche Frequenz. „Das war erst mal eine Investition, bei der man schluckt – aber sie hat sich absolut gelohnt.“
Ein weiterer Erfolgsfaktor: die Zusammenarbeit mit Lieferanten. Durch Kommissionsware blieb das Sortiment bis zum Schluss attraktiv. „Die klare Vorgabe ist: Der Laden muss immer gut gefüllt und ansprechend dekoriert sein – nur so funktioniert das System.“
Ein wirtschaftlich sinnvoller Abschluss
Trotz der Kosten für Beratung und Umsetzung zieht Schmidt ein klares Fazit: „Das kostet Geld, ja. Aber durch die Umsätze ist das alles betriebswirtschaftlich absolut rechenbar.“ Seine Empfehlung an Kollegen ist eindeutig: „Ich kann das System Alexander Schmidt nur empfehlen.“
Am 3. Mai schließt das Geschäft endgültig seine Türen – nicht mit leeren Kassen, sondern mit dem guten Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Und für die Zeit danach? „Wir haben 40 Jahre Vollgas gegeben – jetzt kommt das Wohnmobil … und vielleicht werde ich als Uhrmacher noch ein wenig den neuen Eigentümer im Service unterstützen“, sagt Schmidt mit einem Lächeln.
„Es freut uns immer, wenn ein Juwelierstandort über den Räumungsverkauf hinaus erhalten bleibt.“Alexander Schmidt
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