3 Fragen an …
Roland Kaulfuß, Juwelier Kraemer
Der Goldpreis hat wiederholt historische Preispunkte übertroffen. Wie weit geht der Konsument mit nach oben?
Generell gibt es psychologische Preisschwellen, die wir weiterhin beachten. Die Folge ist, dass gerade in den Anfangspreislagen bis 300 Euro Verkaufspreis viele Artikel statt früher in 585 Gold heute maximal in 333 oder 375 Legierung angeboten werden können, beziehungsweise je nach Produkt sogar in Silber vergoldet.
Wie verargumentieren Sie die Preissteigerungen Ihren Konsumenten gegenüber?
Es gibt kein „billiges“ Gold, das bedeutet, dass diese Marktsituation für alle anderen Juweliere ebenfalls gilt. Die Kurse sind transparent, und bei einem höheren Goldkurs hat der Kunde automatisch auch einen höheren Materialwert. Ehrliche Beratung und Qualitätsmerkmale sind hier wichtig. Zudem bieten wir Finanzierungsmöglichkeiten für unsere Kunden.
Senken Sie manchmal die Marge, statt die Verkaufspreise zu erhöhen?
Ja. Insbesondere wenn sensible Preisschwellen nicht überschritten werden sollen, wie beispielsweise 999 Euro Verkaufspreis, verzichten wir dann auch bewusst mal auf ein paar Prozentpunkte. In den letzten zwölf Monaten haben wir zweimal angepasst. Bei Markenware ändern wir natürlich je nach Hersteller-UVP. Wir sichern unsere Goldkurse in der Regel für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten ab. Dadurch haben wir einen längeren Handlungsspielraum.
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