40 Jahre Goldschmiede Tendenzen
„Schmuck erzählt Geschichten“
Zeichen des Wachstums: Das Team der Goldschmiede Tendenzen
Bild: Birte Zabel
GZ: Frau Weidemann, 40 Jahre Goldschmiede Tendenzen – das ist eine beeindruckende Wegstrecke. Wie hat alles begonnen?
Bettina Weidemann: Angefangen hat alles 1986. Mein damaliger Partner und ich haben uns an der Zeichenakademie in Hanau kennen- und lieben gelernt. Relativ bald haben wir den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Wir haben ein bestehendes Ladengeschäft in Norderstedt übernommen, in dem ich zuvor schon ein paar Jahre gearbeitet hatte. Wir haben das Geschäft komplett umgebaut und am 4. Oktober 1986 eröffnet. Was damals als kleine Werkstatt begann, hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt.
Wie ging es weiter?
Thomas Weidemann: Nach einigen Jahren haben wir gemerkt, dass wir wachsen möchten und auch müssen. Wir konnten im Obergeschoss Räume dazu nehmen. Der Umbau und die Erweiterung waren damals ein großer Schritt – finanziell wie emotional. Wir haben die Werkstatt ins Obergeschoss verlegt und den Laden vergrößert. Dieser Schritt war genau richtig und hat uns die Möglichkeit gegeben, weiter zu expandieren. Vor acht Jahren haben wir dann in der Eppendorfer Landstraße ein weiteres Geschäft eröffnet – um damit auch näher an ein jüngeres, urbanes Publikum zu rücken.
Was zeichnet die Goldschmiede Tendenzen aus Ihrer Sicht besonders aus?
Bettina: Unser größtes Alleinstellungsmerkmal ist, dass bei uns wirklich ausschließlich Goldschmiede arbeiten – in beiden Geschäften. Wir sind kein Verkaufsraum, sondern eine echte Werkstatt. Das spiegelt sich in unserer Kompetenz bei der Beratung wider. Wir fertigen sehr viele Schmuckstücke individuell an, insbesondere Trauringe, und begleiten unsere Kundinnen und Kunden oft über viele Jahre hinweg.
Der Name „Tendenzen“ ist ungewöhnlich. Wie kam es dazu?
Thomas: Der Name entstand relativ früh. In den 1980er-Jahren war moderner Schmuck stark im Kommen, etwa durch Marken wie Niessing. Diese Aufbruchsstimmung hat uns sehr inspiriert. Wir wollten zeitgenössischem Schmuck Raum geben und neue Entwicklungen aufgreifen – daher der Name „Tendenzen“. Niessing und Schmuckwerk sind übrigens die einzigen Marken, die wir führen, da sie zu unserer Schmuckauffassung perfekt passen.
Links: 40 Jahre Erfolgsgeschichte: Bettina und Thomas Weidemann heute; rechts: Die Anfänge: Bettina und Thomas Weidemann in ihrer Goldschmiede im Jahr 1986
Bild: Birte Zabel
Neben klassischem Goldschmuck finden sich bei Ihnen auch besondere Stücke.
Bettina: Ja, von Zeit zu Zeit haben wir immer unsere eigenständigen Schmucklinien entworfen. Sie entstanden häufig aus dem Wunsch vieler Kundinnen und Kunden nach einer Alternative zu industriell gefertigtem Schmuck. Als Schmuckgestalter legen wir besonderen Wert auf individuelle Gestaltung und hohe handwerkliche Präzision. Jedes Schmuckstück hat seinen eigenen Charakter und Namen, wie „CaraMia“, „Spiegelschliff“, „Papst“, „Queen“ oder „Federleicht“.
Wenn Sie auf 40 Jahre zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz?
Thomas: Darauf, dass wir es geschafft haben, über all die Jahre relevant zu bleiben. Wir haben viele Entscheidungen intuitiv getroffen – etwa die Erweiterung des Geschäfts oder die Fokussierung auf Trauringe – und damit offenbar ein gutes Gespür bewiesen. Natürlich gehört auch Glück dazu. Vor allem aber sind wir stolz auf das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden und auf unser Team.
Trauringe spielen eine große Rolle in Ihrer Arbeit. Warum sind sie so besonders?
Bettina: Mit Trauringen kommen wir vor allem an junge und damit neue Kunden. Trauringe begleiten Menschen oft ein Leben lang. Sie werden täglich getragen, manchmal über 50 oder 60 Jahre, und oft an die nächste Generation weitergegeben. Wenn man bedenkt, welche Geschichten ein Ring miterlebt – manchmal sogar durch mehrere Generationen oder historische Ereignisse – dann ist das sehr bewegend. Schmuck ist etwas sehr Persönliches. Wir haben gerade in unserer Goldschmiede einen Ehering von 1896 gehabt…was so ein Ring erzählen kann von den Menschen und den Zeiten, die sie durchlebt haben. Ich habe noch Ringe von meiner Mutter und denke gerne an Momente zurück, als sie diese getragen hat.
Der Goldpreis ist aktuell hoch. Wie gehen Sie damit um?
Thomas: Wir kalkulieren selbstverständlich mit dem aktuellen Goldpreis. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass Altgold für viele Kundinnen und Kunden ebenfalls einen hohen Wert hat. Außerdem wissen die Menschen heute sehr genau, dass sie etwas Bleibendes erwerben – etwas, das Substanz hat und über Generationen weitergegeben werden kann. Das ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Konsumausgaben.
Wie blicken Sie in die Zukunft?
Thomas: Mit viel Zuversicht, Freude und Inspiration. Geheiratet wird weiterhin, individuelle Schmuckstücke bleiben gefragt. Unser großer Vorteil ist, dass wir uns Zeit nehmen und sehr persönlich auf Menschen eingehen. Das wird auch in Zukunft wichtig bleiben.
Wird das Jubiläum gefeiert?
Bettina: Ja, auf jeden Fall. Wir planen über das Jahr verteilt verschiedene Aktionen und Ausstellungen und im Sommer wird es auch eine Feier geben – gemeinsam mit unserem Team und unseren Kundinnen und Kunden. Dieses Jubiläum ist für uns vor allem ein Anlass, Danke zu sagen.
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