Patek Philippe
Erste Grande Complication einer jungen Kollektion
Als Patek Philippe im Oktober 2024 die Cubitus vorstellte, war das die erste komplett neue Herrenkollektion der Manufaktur seit Einführung der Aquanaut im Jahr 1997 – und die erste neue Kollektion überhaupt seit der Twenty-4 von 1999. Die drei Basismodelle zum Launch – zwei in Stahl/Gold, eines in Stahl – konzentrierten sich auf Stunden, Minuten, Sekunden und Datum. Die Platinausführung dagegen zeigte bereits das Potenzial der Kollektion für größere Komplikationen: Großdatum, Wochentag, Mondphase.
Zur Watches & Wonders folgt nun der nächste Evolutionsschritt: Die Cubitus Ewiger Kalender (Ref. 5840P-001) verfügt über ein quadratisches Skelett-Uhrwerk mit Ewigem Kalender, Großmond, 24-Stunden-Anzeige und Schaltjahrzyklus, eingeschalt in ein 45-mm-Gehäuse aus 950er Platin bei überraschend schlanken 10 mm Gesamthöhe.
Ein neues Werk für eine neue Form
Das Herzstück der 5840P ist das eigens entwickelte Kaliber 28-28 Q SQU – eine Weiterentwicklung des legendären Kalibers 240 Q, jedoch vollständig neu adaptiert für die quadratische Geometrie des Cubitus-Gehäuses. Das Kaliber 240 selbst ist eines der bedeutendsten Werke der Uhrmachergeschichte: 1977 eingeführt, bis heute in Produktion, mit seinem dezentralen 22-Karat-Gold-Minirotor eines der flachsten Automatikwerke der Schweizer Haute Horlogerie.
Die runde Bauform des 240 Q mit 27,5 mm Durchmesser und 3,88 mm Höhe musste für die Cubitus in ein Quadrat von 31,5 × 31,5 mm bei 5,04 mm Höhe überführt werden – inklusive neu konzipierter Impulsmechanismen, die die Korrekturdrücker in der Gehäuseflanke mit dem Uhrwerk verbinden. Das neue Kaliber besteht aus 313 Bauteilen. Was es von seinem Vorgänger fundamental unterscheidet: Es ist vollständig skelettiert – und es präsentiert sich als erstes Patek-Philippe-Kaliber in monochromer Ästhetik. Platine, Brücken, Räderwerke, Unruh und Minirotor sind durchgehend rhodiniert.
Die Kontraste setzt Patek Philippe mit drei sparsamen, aber wirkungsvollen Mitteln: den hitzegebläuten Schrauben, dem gravierten und von Hand blau lackierten Calatrava-Kreuz auf dem Minirotor sowie den einzigen Farbelementen im gesamten Werk – den rubinrot leuchtenden Ankerpaletten, die sichtbar bleiben, um die Feinstellarbeiten zu optimieren. Eine weitere Besonderheit sind die Lagersteine: Patek Philippe hat hier farblose transparente Saphire anstelle der üblichen roten Rubine verwendet. Eine bewusste Entscheidung, die dem monochromen Gesamtbild der Skelettierung verpflichtet ist.
48 Nocken, vier Jahre Gedächtnis
Das mechanische Prinzip des ewigen Kalenders ist bei der Cubitus 5840P dasselbe, das Patek Philippe in der Kaliber-240-Familie seit Jahrzehnten verfeinert hat. Das Herzstück ist eine 48er-Nocke, die eine vollständige Umdrehung in exakt vier Jahren vollzieht. Ihr Außenrand ist in 48 Segmente unterteilt – eines für jeden Monat des Schaltjahrzyklus. Die Tiefe der Vertiefungen am Rand dieser Nocke codiert die Länge jedes Monats: 28, 29, 30 oder 31 Tage. Eine große Wippe tastet diesen Rand mit einem Finger ab und instruiert das Kalenderwerk entsprechend. Das Ergebnis: Die Uhr zeigt das korrekte Datum ohne jede manuelle Korrektur an – durch die Monate mit 30 oder 31 Tagen ebenso wie durch den Februarwechsel und die Schaltjahre.
Eine Korrektur ist nach den Regeln des gregorianischen Kalenders erst zu den vollen Jahrhundertjahren erforderlich, die nicht durch 400 teilbar sind – also 2100, 2200 und 2300. Der Cubitus-Träger von heute müsste die Uhr also erst in 74 Jahren das erste Mal manuell korrigieren.
Die Anzeigen verteilen sich auf drei Hilfszifferblätter im Tricompax-Stil: Wochentag und 24-Stunden-Anzeige bei 9 Uhr, Monat und Schaltjahrzyklus bei 3 Uhr, Datum und Mondphase bei 6 Uhr. Alle Zeiger sind aus 18 Karat Weißgold, sämtliche Korrektoren für Wochentag, Datum, Monat und Mondphase sind in der Gehäuseflanke versenkt. Zum Lieferumfang gehört der charakteristische Korrekturstift aus Ebenholz und 18 Karat Weißgold.
Der Großmond: zwei Glasscheiben, ein Kosmos
Die Mondphasenanzeige der Cubitus 5840P greift ein Konzept auf, das Patek Philippe bisher nur in den seltenen World-Time-Moon-Referenzen 5575G und 7175R eingesetzt hatte – und das für die Cubitus nun erstmals in die reguläre Kollektion Einzug hält. Während herkömmliche Mondphasen-Displays eine Scheibe mit zwei Monden zeigen, die in zwei Mondzyklen einmal rotiert, setzt Patek Philippe auf ein Grande-Lune-System mit nur einem einzigen, dafür deutlich größeren Mond, dessen Scheibe sich in einem einzigen Mondzyklus von 29,53 Tagen einmal um die eigene Achse dreht.
Die Darstellung ist ausgesprochen raffiniert konstruiert: Zwei übereinander liegende Glasscheiben erzeugen Tiefe und Textur. Die erste, aus Saphirglas, trägt auf ihrer Unterseite gravierte Sterne; dahinter bildet blauer Lack den Nachthimmel nach. Die zweite, aus Mineralglas, liegt in einer ausgefrästen Aussparung der Saphirscheibe eingebettet und stellt den Mond dar. Auf ihrer Unterseite schwarz metallisiert, ihre Oberfläche mit Lasergravur fein strukturiert, um das topografische Relief des Mondgeländes nachzubilden.
Für die erste Grande Complication der Cubitus hat Patek Philippe konsequent Platin 950 als Gehäusematerial gewählt – das edelste aller Gehäusemetalle und bei der Manufaktur stets das Signal für die bedeutendsten Komplikationen. Das Gehäuse behält die charakteristische zweiteilige Konstruktion mit abgerundeten Ecken und dem Wechselspiel von satinierten und polierten Flächen. Bei 45 mm Durchmesser und gerade einmal 10 mm Gesamthöhe ist das Profil für einen Ewigen Kalender mit Großmond bemerkenswert schlank – dank der ultradünnen Kaliber-240-Architektur.
Wie bei allen Platin-Armbanduhren von Patek Philippe ist auch die 5840P mit einem Baguette-Diamanten (0,02 ct) in der Lünette versehen, hier bei 6 Uhr – eine Platzierung, die mit der geometrischen Strenge des quadratischen Gehäuses harmoniert. Den modernen Charakter unterstreicht das Armband aus marineblauem Verbundmaterial mit Cordura-Textilstruktur und kontrastierenden ecrufarbenen Nähten – eine Materialwahl, die den sportlichen DNA-Faden der Cubitus auch auf Komplikationsniveau weiterführt. Die Platin-Faltschließe trägt als Gravur den Namen der Kollektion.
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