Kursverlust von 2,86 Prozent im Vergleich zur Vorwoche

Goldpreis unter Druck trotz robuster Notenbank-Nachfrage

Steigende US-Inflationsdaten und Zinssorgen belasten den Goldpreis. Gleichzeitig bauen Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven weiter aus – allen voran China und Polen, schreibt Heraeus.

17. Juni 2026 Christian Lücke
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Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen weiter nachgegeben. Auslöser waren vor allem höher als erwartete Inflationsdaten aus den USA sowie die anhaltende Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve, berichtet Heraeus.

Hohe Inflation

Die US-Verbraucherpreise stiegen demnach im Mai um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Inflationsrate weiterhin oberhalb des Zielkorridors der Federal Reserve. Die Kerninflation, bei der volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert werden, erhöhte sich um 2,9 Prozent. Obwohl der monatliche Anstieg mit 0,2 Prozent leicht unter den Erwartungen lag, rechnen die Finanzmärkte weiterhin mit möglichen Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf.

Hohe Zinsen

Für Gold stellen steigende Zinsen traditionell eine Belastung dar, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge erwirtschaftet. Entsprechend reagierten die Märkte zurückhaltend, obwohl sich gleichzeitig die geopolitische Lage im Nahen Osten etwas entspannt hat. Nach mehreren militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran wurde mit pakistanischer Vermittlung eine Waffenruhe vereinbart. Sinkende Ölpreise könnten dadurch den Inflationsdruck verringern und den Spielraum für niedrigere Zinsen vergrößern.

Trotz der jüngsten Preisrückgänge bleibt die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold hoch. Besonders aktiv zeigte sich erneut die People’s Bank of China. Die chinesische Zentralbank stockte ihre Goldreserven im Mai um knapp zehn Tonnen auf und kaufte damit bereits den 19. Monat in Folge Gold hinzu. Die Bestände des Landes belaufen sich inzwischen auf 2.331 Tonnen.

Notenbanken setzen weiter auf Gold

Auch andere Notenbanken setzen weiterhin auf das Edelmetall. Polen war im April mit einem Zukauf von 14 Tonnen der weltweit größte Käufer. Seit Jahresbeginn summieren sich die polnischen Goldkäufe bereits auf 45 Tonnen. Ebenfalls auf der Käuferseite standen China und die Tschechische Republik. Russland hingegen reduzierte seine Bestände im April um sechs Tonnen.

Die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken gilt unter Marktbeobachtern als wichtiger Stabilitätsfaktor für den Goldmarkt. Für die Schmuckbranche bleibt die Preisentwicklung dennoch ein zentraler Faktor, da Schwankungen bei den Edelmetallkosten direkten Einfluss auf Kalkulationen und Endverbraucherpreise haben können.

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