Goldpreis
Fed hält Kurs: Goldmarkt reagiert
Bild: Heraeus
Die US-Notenbank Federal Reserve hat Ende April wie erwartet entschieden, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Fed-Chef Jerome Powell bestätigte damit den bisherigen geldpolitischen Kurs und signalisierte zugleich eine abwartende Haltung angesichts aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen. Trotz eines jüngsten Anstiegs der Inflation, unter anderem ausgelöst durch die Schließung der Straße von Hormus und damit verbundene Preissteigerungen, sieht die Notenbank derzeit keinen Anlass für eine Zinserhöhung.
Der von der Fed bevorzugte Preisindex für persönliche Konsumausgaben liegt aktuell bei 3,5 Prozent im Jahresvergleich. Gleichzeitig betonte Powell, dass langfristige Inflationserwartungen weiterhin im Einklang mit dem Zielwert von zwei Prozent stehen. Auch eine Zinssenkung erscheint aus Sicht der Währungshüter derzeit nicht erforderlich, da sich die wirtschaftliche Aktivität robust zeigt. Uneinigkeit herrschte jedoch innerhalb des Gremiums: Mehrere Mitglieder plädierten für eine straffere Kommunikation, während eine Stimme sogar eine Zinssenkung befürwortete, berichtet Heraeus aus den inneren Kreisen der Fed.
Verschiedenartige Impulse für den Goldmarkt
Für den Goldmarkt ergeben sich daraus differenzierte Impulse, prognostizieren die Analysten von Heraeus: Während die Aussicht auf stabile Zinsen tendenziell unterstützend wirke, sorgten Angebotsentwicklungen für zusätzliche Bewegung. So meldete der weltweit größte Goldproduzent Newmont im ersten Quartal einen deutlichen Rückgang der Fördermenge um rund 13 Prozent auf etwa 1,3 Millionen Unzen. Gründe hierfür sind unter anderem Betriebsunterbrechungen sowie der Verkauf einzelner Minenstandorte im Vorjahr. Trotz geringerer Produktion konnte das Unternehmen von den hohen Goldpreisen profitieren und verzeichnete einen deutlichen Anstieg bei Gewinn und freiem Cashflow.
Parallel dazu zeigen sich die Bestände in goldgedeckten ETFs leicht rückläufig. Nach einem Höchststand Ende Februar sanken die gehaltenen Mengen in US-basierten Fonds um rund 2,1 Prozent, bewegen sich jedoch weiterhin auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Auffällig sei dabei laut Heraeus die enge Korrelation zwischen ETF-Beständen und Goldpreis, der im bisherigen Jahresverlauf mehrere kurzfristige Hoch- und Tiefpunkte markierte.
Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt die geldpolitische Entwicklung in den USA ein zentraler Einflussfaktor für den Goldmarkt – ebenso wie geopolitische Ereignisse und die Angebotslage der Minenbetreiber.
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