Politische Spannungen um Fed-Chef Jerome „Jay“ Powell treiben den Preis

Goldpreis auf Rekordhoch, Fed-Unabhängigkeit womöglich in Gefahr

Politische Spannungen rund um die US-Notenbank treiben den Goldpreis auf neue Höchststände. Gleichzeitig deuten einige Indikatoren auf eine nachlassende Dynamik hin, schreibt Heraeus.

19. Jan. 2026 Christian Lücke
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Gold bleibt im Fokus der Finanzmärkte: In der vergangenen Woche erreichte der Goldpreis erneut ein Allzeithoch. Auslöser war die zunehmende Unsicherheit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), nachdem es zu politischen Spannungen rund um Fed-Chef Jerome „Jay“ Powell gekommen ist. US-Präsident Donald Trump äußerte wiederholt Kritik an der Zinspolitik der Fed und insbesondere an Powell, dessen Amtszeit im Mai 2026 endet. Die Aussicht, dass Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden ernennen könnte, der stärker seiner wirtschaftspolitischen Linie folgt, sorgt für Verunsicherung an den Märkten, urteilen die Analysten von Heraeus.

Nun wurde bekannt, dass das US-Justizministerium Vorladungen gegen die Fed ausgestellt hat. Im Raum stehen Ermittlungen wegen Powells Aussagen vor dem Kongress sowie der Ausgaben für Renovierungsarbeiten am Hauptsitz der Fed.

Politischer Druck könnte großen Einfluss auf Goldpreis nehmen

Ein möglicher Einfluss dieser Entwicklungen: Sollte die Fed unter politischem Druck die Zinsen niedriger halten als wirtschaftlich notwendig, könnte dies zu einem schwächeren US-Dollar und negativen Realzinsen führen – beides klassische Treiber für einen steigenden Goldpreis.

Trotz des neuen Hochs mehren sich jedoch Warnsignale: Der Goldpreis entfernt sich zunehmend von seinem Relative Strength Index (RSI), was auf eine überkaufte Marktsituation hindeute, schreibt Heraeus. Diese Divergenz bestehe bereits seit Oktober und erinnere an die Phase von Februar bis April des Vorjahres, die von einer mehrmonatigen Seitwärtsbewegung gefolgt war. Kurzfristig könnte die Aufwärtsdynamik also an Schwung verlieren, auch wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen weiter goldfreundlich bleiben.

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