Laufende Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran
Goldpreis reagiert auf Nahost-Entspannung
Bild: Heraeus
Die internationalen Goldpreise haben Ende Mai zunächst nachgegeben, nachdem sich in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran deutliche Fortschritte abgezeichnet hatten. Hintergrund ist die Aussicht auf eine Beilegung des Konflikts und die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr.
Obwohl beide Seiten weiterhin widersprüchliche Signale senden, scheinen die Verhandlungen näher an einer Einigung zu sein als noch vor wenigen Wochen. Konkretere Details zu einem möglichen Abkommen wurden am 28. Mai bekannt und sorgten für eine Stabilisierung der Goldnotierungen. Erwartet wird unter anderem die Aufhebung der US-Blockade der Meerenge, während strittige Themen wie das iranische Atomprogramm erst nach Abschluss eines Abkommens in weiteren Gesprächen behandelt werden sollen.
Die Reaktion der Edelmetallmärkte
Bemerkenswert sei die Reaktion der Edelmetallmärkte, schreibt Heraeus: Während Gold und andere Edelmetalle seit Beginn des Konflikts häufig auf Eskalationen mit Kursverlusten und auf Entspannung mit Kursgewinnen reagierten, setzte diesmal zunächst eine Verkaufswelle ein. Marktbeobachter sehen dafür zwei mögliche Gründe. Zum einen könnten Anleger gegenüber geopolitischen Nachrichten zunehmend abgestumpft sein, da viele Meldungen in den vergangenen Wochen widersprüchlich waren. Zum anderen wächst die Sorge, dass die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bereits zu einer höheren Inflation führen und damit Zinserhöhungen wahrscheinlicher machen.
Alle Augen auf die Fed
Die Erholung der Goldpreise zum Monatsende im Mai spreche derzeit eher für die erste Interpretation, urteilen die Analysten von Heraeus. Dennoch richte sich der Blick zunehmend auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator PCE stieg zuletzt auf 3,8 Prozent, die Kernrate erreichte 3,3 Prozent. Damit nimmt der Druck auf die Währungshüter zu, eine restriktivere Zinspolitik in Betracht zu ziehen. Der Terminmarkt sieht aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent für eine Zinserhöhung bis Jahresende.
Neue Importabgaben auf Gold in einigen asiatischen Märkten
Zusätzliche Impulse für den Goldmarkt kommen aus Asien. Nach Indien hat nun auch Malaysia neue Importabgaben auf Gold eingeführt. Seit Kurzem wird auf Goldbarren mit einem Feingehalt von 999,9 Tausendteilen ein Einfuhrzoll von zehn Prozent erhoben. Eine offizielle Begründung für die Maßnahme liegt bislang nicht vor. Indien hatte erst kürzlich die Importzölle auf verschiedene Goldprodukte erhöht, um die Landeswährung zu stützen und die Zahlungsbilanz zu verbessern.
Da die neue Regelung in Malaysia ausschließlich hochreine LBMA-zertifizierte Goldbarren betrifft, stehen Investoren weiterhin alternative Anlageformen offen. Das Land importierte im Jahr 2025 rund 42 Tonnen Gold im Wert von etwa 19,8 Milliarden Malaysischen Ringgit.
Der Bullionhandel
Der Bullionhandel bezeichnet den Handel mit Anlagegold und anderen Edelmetallen in Barren- oder Münzform, deren Wert sich hauptsächlich aus dem enthaltenen Edelmetall ergibt, nicht aus einer künstlerischen oder numismatischen Bedeutung. Der Begriff Bullion stammt aus dem Englischen und bedeutet Edelmetall in Roh- beziehungsweise Anlageform. Sogenannte LBMA-zertifizierte Goldbarren (London Bullion Market Association) gelten weltweit als Standard für den professionellen Goldhandel.
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