Neue Rekordstände gelten kurzfristig als unwahrscheinlich.
Goldpreis: Mehr Spekulation, mehr Volatilität
Der Goldpreis war in den vergangenen zehn Jahren auf das Fünffache gestiegen: eine Entwicklung, die für ein vermeintlich volatilitätsarmes Safe-Haven-Instrument bemerkenswert sei, analysieren die Experten von Heraeus. Gleichzeitig notierte der Dollar-Index auf dem Niveau von 2015. Die jüngste deutliche Korrektur deutet darauf hin, dass gehebelte Positionen aufgelöst wurden, Stop-Loss-Marken griffen und steigende Margin-Anforderungen zusätzlichen Druck ausübten. Die Börsen erhöhen weiterhin die Sicherheitsleistungen für Futures-Positionen.
Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt die physische Nachfrage hoch. Laut dem „Gold Demand Trends Report Q4’25“ des World Gold Council erreichte die globale Goldnachfrage im vergangenen Jahr erstmals 5.000 Tonnen, bilanziert Heraeus. Treiber sei vor allem eine deutlich gestiegene Investmentnachfrage gewesen, die Rückgänge bei Schmuck und industrieller Verwendung mehr als kompensierte. Die Zentralbanken kauften 863 Tonnen, was 21 Prozent weniger sind als der Rekordwert von 1.092 Tonnen im Jahr 2024, jedoch mehr als in jedem Jahr vor 2022. Im vierten Quartal wurde mit 1.345 Tonnen ebenfalls ein Rekordwert erzielt, erneut gestützt durch Investitionen.
Goldpreis: Der Ausblick
Marktbeobachter rechnen mit anhaltend hoher Volatilität. Zwar konnte sich der Goldpreis zuletzt stärker erholen als andere Edelmetalle und mehr als die Hälfte seines Rückgangs wettmachen, doch ließ die Dynamik im Wochenverlauf wieder nach. Neue Rekordstände gelten kurzfristig als unwahrscheinlich. Der Abbau der zuvor aufgebauten Euphorie dürfte eher Monate als Wochen dauern. Technische Unterstützung fand der Preis bei 4.400 US-Dollar je Unze, ein Niveau, das erneut getestet werden könnte, fasst Heraeus zusammen.
Für die Branche bedeutet dies: Gold bleibt strategisch relevant, doch die Preisschwankungen verlangen erhöhte Aufmerksamkeit sowohl im Einkauf als auch in der Kalkulation.
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