Diamantproduzent korrigiert auch den Ausblick nach unten

De Beers: Rohdiamantenförderung sank im Schlussquartal 2025 um 35 Prozent

De Beers meldet geringere Fördermengen: Im Schlussquartal 2025 sank die Rohdiamantförderung um 35 Prozent. Wartungsstillstände und ein schwieriges Marktumfeld drückten auch Preise und den Ausblick.

06. Feb. 2026 Christian Lücke
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De Beers hat im vierten Quartal des Vorjahres nach eigenen Angaben eine robuste operative Leistung erzielt, allerdings „bei deutlich reduzierten Fördermengen“. Die Rohdiamantenproduktion sank im Schlussquartal um 35 Prozent auf 3,8 Millionen Karat. Hauptursache waren demnach planmäßige Wartungsstillstände in den Schlüsselminen Jwaneng und Orapa in Botswana.

Botswana: Fokus auf Kostenmanagement

In Botswana selbst brach die Produktion infolgedessen um 56 Prozent auf 1,9 Millionen Karat ein. Die Jwaneng-Mine war das gesamte Quartal über außer Betrieb, nachdem die Anlagen im Vorfeld gezielt ausgelastet worden waren. In Orapa fand im Oktober ein turnusmäßiger Shutdown statt. De Beers betont, weiterhin konsequent auf Kostenmanagement zu setzen und die Balance zwischen optimalem Durchsatz und notwendigen Wartungsphasen zu wahren.

Namibia: Strategische Anpassungen

Auch in Namibia fiel die Produktion um 21 Prozent auf 0,5 Millionen Karat. Neben planmäßigen Wartungen an zwei Förder­schiffen verlängerte sich die Liegezeit im Hafen durch die Installation eines neuen, leistungsfähigeren Unterwasser-Crawlers auf dem Förderschiff Benguela Gem. Zudem wurden im Jahresverlauf zwei Schiffe außer Dienst gestellt – Teil einer strategischen Anpassung an das aktuelle Marktumfeld. In Südafrika sank die Förderung um zehn Prozent auf ebenfalls 0,5 Millionen Karat, bedingt durch geplante Anlagenwartungen.

Positives aus Kanada

Ein Lichtblick kommt aus Kanada: Dort stieg die Produktion auf 0,9 Millionen Karat, nachdem die Mine Gahcho Kué neues Erz aus dem jüngsten Abbauabschnitt erschließen konnte.

Herausfordernde Marktbedingungen

Auf der Handelsseite bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd. Anhaltende Unsicherheiten in der Branche sowie geopolitische und zollpolitische Faktoren belasten den Markt. Dennoch verkaufte De Beers im vierten Quartal über drei Sightholder-Veranstaltungen hinweg 5,9 Millionen Karat Rohdiamanten und erzielte einen konsolidierten Umsatz von 571 Millionen US-Dollar – mehr als im Vorjahresquartal.

Preis im Jahr 2025 um sieben Prozent pro Karat gefallen

Im Gesamtjahr sank der durchschnittlich realisierte Preis jedoch um sieben Prozent auf 142 US-Dollar pro Karat. Gründe hierfür seien ein rückläufiger Preisindex für Rohdiamanten sowie Maßnahmen zur Bestandsanpassung. Für das vierte Quartal wirkte sich zudem ein höherer Anteil niedrigerwertiger Ware im Absatzmix aus.

Förderprognose für 2026 gesenkt

Vor diesem Hintergrund hat De Beers seine Förderprognose für 2026 auf 21 bis 26 Millionen Karat gesenkt. Parallel prüft der Konzern mögliche Wertminderungen und befindet sich weiterhin in einem von Anglo American angestoßenen Abspaltungs- und Verkaufsprozess.

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