Aktuelle Zahlen des BVSU

Dezember 2025: Glänzende Export- und Importwerte – aufgrund des gestiegenen Goldpreises

Der Außenhandel der deutschen Schmuck- und Uhrenbranche verzeichnet im Dezember 2025 nach aktuellen Zahlen des BVSU deutliche Zuwächse, die allerdings wohl vor allem durch Edelmetallpreis-Effekte bedingt sind.

26. Feb. 2026 Christian Lücke
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Die Dezember-Statistik des Bundesverbands Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) auf Basis des Statistischen Bundesamts für die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie liest sich auf den ersten Blick positiv: Die exportierten Schmuckwaren legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22 Prozent zu und erreichten rund 565,9 Mio. Euro, bei Uhren und Uhrenteilen fiel das Plus mit 13,3 Prozent ebenfalls deutlich aus (Gesamtwert rund 188,1 Mio. Euro). Besonders stark stiegen auch die Importwerte für Schmuck (+38,7 Prozent auf rund 641,0 Mio. Euro) und Uhren bzw. Uhrenteile (+10,5 Prozent auf 222,3 Mio. Euro) gegenüber Dezember 2024.

Das kleine, große Aber

Wichtig dabei ist jedoch: Alle Werte beziehen sich auf die in Euro gemessenen Außenhandelsumsätze – sie spiegeln nicht zwingend eine höhere physische Absatzmenge wider, sondern sind stark von Preis- und Rohstoffeffekten beeinflusst.

Aufgrund des stark gestiegenen Goldpreises lagen insbesondere die monetären Werte für Schmuck deutlich über dem Vorjahresniveau. Solche Edelmetallpreise treiben sowohl Import- als auch Exportstatistiken nach oben, ohne dass dies automatisch auf eine proportional höhere Nachfrage schließen lässt.

Die Dezemberzahlen bestätigen damit einen Trend, der sich bereits durch das gesamte Jahr gezogen hat: Der Außenhandel profitiert nominal von höheren Edelmetall- und Inflationseffekten, während die dahinterstehende reale Absatzentwicklung differenzierter zu betrachten ist. Branchenkenner weisen darauf hin, dass hohe Gold- und Platinpreise zwar die Werte im Außenhandel steigen lassen, gleichzeitig aber den Druck auf Produzenten und Händler erhöhen, insbesondere im mittleren Preissegment, wo preissensitive Kunden reagieren. Eine echte Nachfragebelebung sollte daher mit Vorsicht interpretiert werden, da der Goldpreis die Werte nachhaltig nach oben verschiebt.

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