Europäische Absatzmärkte im Aufwind
Schweizer Uhrenexporte legen zu
Bild: shutterstock / Andamati
Die Schweizer Uhrenexporte haben im August 2026 deutlich zugelegt. Nach Angaben des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH erreichte der Exportwert insgesamt 1,789 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht einem Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der August 2026 einen Arbeitstag mehr hatte als der Vergleichsmonat 2025. Erstmals seit zwei Jahren bewegte sich damit auch der gleitende Zwölfmonatsdurchschnitt wieder im positiven Bereich. In den ersten acht Monaten des Jahres summierten sich die Exporte auf mehr als 17 Milliarden Franken, ein Zuwachs von 1,7 Prozent.
Wert- und Stückzahlen im Plus
Bei Armbanduhren stieg der Exportwert um 8,6 Prozent auf rund 1,705 Milliarden Franken. Auch die Stückzahlen entwickelten sich positiv: Mit knapp 1,1 Millionen exportierten Uhren lagen sie 9,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden im August rund 95.000 zusätzliche Uhren ausgeführt.
Besonders dynamisch entwickelten sich Bicolor-Uhren aus Gold und Stahl. Ihr Exportwert legte um 20,1 Prozent auf 355,3 Millionen Franken zu. Uhren aus Edelmetallen kamen auf 660,8 Millionen Franken und damit auf ein Plus von 6,9 Prozent, obwohl ihre Stückzahl um 1,3 Prozent sank. Stahluhren erreichten wertmäßig ein Plus von 2,8 Prozent. Bei Modellen aus „anderen Materialien“ wuchs der Exportwert sogar um 31,9 Prozent.
Auch nach Preisklassen zeigt sich überwiegend ein positives Bild. Uhren mit einem Exportpreis von unter 200 Franken steigerten ihren Wert um 13,3 Prozent, Modelle oberhalb von 3.000 Franken um 10,2 Prozent. Lediglich das Segment zwischen 500 und 3.000 Franken verzeichnete wertmäßig einen leichten Rückgang von 0,9 Prozent.
Gemischtes Bild hinsichtlich der Absatzmärkte
Auf den wichtigsten Absatzmärkten verlief die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. Die Exporte in die USA, mit 197,5 Millionen Franken weiterhin größter Einzelmarkt im August, gingen um 19,4 Prozent zurück. Deutlich aufwärts ging es dagegen in Großbritannien mit plus 46,1 Prozent, Japan mit plus 22,1 Prozent und China mit plus 15,8 Prozent. Deutschland verzeichnete sogar einen Zuwachs von 34,0 Prozent. Auffällig ist Frankreich mit einem Plus von 113,5 Prozent. Der FH warnt jedoch davor, die Zahlen innerhalb der Europäischen Union isoliert zu interpretieren: Verschiebungen zwischen einzelnen Märkten könnten das Bild verzerren. Italien etwa gab um 40,4 Prozent nach.
Die FH-Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Exporte der Schweizer Uhrenunternehmen und nicht auf Verkäufe an Endkunden. Sie lassen daher weder unmittelbar auf die Entwicklung des Einzelhandels noch auf die Geschäftslage einzelner Marken oder Konzerne schließen.
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