Rolex

Die neue Yacht-Master II: Verbesserte User Experience

Rolex bringt die Yacht-Master II zurück und gibt das einst revolutionäre „Ring-Command“-System auf zugunsten zweier intuitiver Drücker.

17. Apr. 2026 Mathias Menzel
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Als Rolex 2007 die Yacht-Master II präsentierte, den nach eigenen Angaben einzigen Regattachronographen der Welt, sorgte das innovative „Ring Command“-System für Aufsehen. Es steuerte eine eigens entwickelte, programmier- und speicherbare Countdown-Funktion. Die drehbare Lünette war dabei mechanisch mit dem Kaliber 4161 gekoppelt. Man drehte die Lünette auf die gewünschte Countdown-Dauer, aktivierte das System durch Drücken der Krone und startete den Lauf per Drücker. Das war technisch originell gelöst, in der Praxis allerdings nicht immer so richtig intuitiv zu bedienen.

Die „User Experience“ hat Rolex bei der nun präsentierten neuen Generation der Yacht-Master II optimiert; mit dem Ergebnis, dass das Ring-Command-System Geschichte ist. Die Lünette ist eine konventionelle, in beide Richtungen drehbare Cerachrom-Lünette. Die Möglichkeit, einen Countdown zu programmieren und zu speichern, ist der Uhr natürlich erhalten geblieben. Die gesamte Bedienung übernehmen nun aber ausschließlich zwei Drücker an der rechten Gehäuseseite, deren Form von Winschen inspiriert ist, den Seilwinden auf Segelbooten.

Der Countdown: So läuft der Regatta-Startvorgang

Ein kleiner Exkurs für alle, denen der Segelsport nicht ganz so geläufig ist: Der Regatta-Startablauf besteht typischerweise aus drei Abschnitten, signalisiert durch Flaggen und Töne. Die Yacht-Master II ist genau dafür gebaut:

Programmieren: Mit dem unteren Drücker springt der Countdown-Minutenzeiger mit Dreiecksspitze um je eine Minute weiter. Die Countdown-Dauer – je nach Regattareglement zwischen 1 und 10 Minuten – wird so direkt eingestellt und im mechanischen Speicher hinterlegt. Der Speicher bleibt erhalten: Für den nächsten Lauf oder eine weitere Regatta mit identischem Zeitformat muss die Uhr nicht neu programmiert werden.

Starten: Der obere Drücker löst den Countdown aus. Beide Zeiger laufen sofort an – der Countdown-Sekundenzeiger (zentraler Sekundenzeiger) und der Countdown-Minutenzeiger laufen gegen den Uhrzeigersinn – eine Premiere bei Rolex und eine bewusste ergonomische Entscheidung: Die ablaufende Zeit wird mit dieser Drehrichtung visuell unmissverständlich als Rückwärts-Zählung lesbar.

Synchronisieren im Flug: Wurde der Countdown zu früh oder zu spät gestartet, reicht ein Druck auf den unteren Drücker: Der Sekundenzeiger stoppt sofort, beim Loslassen läuft er unmittelbar weiter, und der Minutenzeiger korrigiert sich automatisch auf die nächstliegende Minute. Diese Flyback-Synchronisation war bereits ein Merkmal der ersten Generation.

Ablesen der letzten 30 Sekunden: In der letzten Countdown-Minute lassen sich die verbleibenden Sekunden auf der Cerachrom-Lünette ablesen – vorausgesetzt, das Dreieck der Lünetten-Graduierung befindet sich auf der 12-Uhr-Position. Die erste Hälfte der Minutenskala wird dann zur Sekundenskala: eine clevere Nutzung des bestehenden Instruments.

Kaliber 4162: Extrem präziser Start der Zeitmessung

Das neue Kaliber 4162, exklusiv von Rolex für die Yachtmaster II entwickelt und hergestellt, ist der direkte Nachfolger des Kalibers 4161. Es ist ein automatisches Chronographenwerk mit Säulenrad und vertikaler Kupplung – sie gewährleistet einen verzögerungsfreien, extrem präzisen Start der Zeitmessung ohne das bei Schaltradchronographen mit horizontaler Kupplung mögliche Springen des Sekundenzeigers beim Auslösen.

Die technischen Parameter: 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, 72 Stunden Gangreserve, automatischer Aufzug mit beidseitig wirkendem Perpetual-Rotor. Die Ganggenauigkeit ist nach dem Rolex-eigenen „Superlative Chronometer“-Standard auf ±2 Sekunden pro Tag nach dem Einschalen festgelegt – eine Anforderung, die deutlich über dem offiziellen COSC-Chronometer-Standard von −4/+6 Sekunden liegt.

Zur magnetischen Robustheit: Anker und Hemmungsrad sind aus Nickel-Phosphor-Legierung paramagnetisch; die blaue Parachrom-Spirale aus paramagnetischer Legierung ist unempfindlich gegenüber starken Magnetfeldern und temperaturstabil. Ergänzt werden diese Komponenten durch die Rolex Endkurve für gleichmäßigen Gang in allen Positionen, eine große Unruh mit variabler Trägheit, Microstella-Feinregulierung über vier Goldmuttern und das Paraflex-Antischocksystem für erhöhte Stoßfestigkeit.

Optisch setzt das Kaliber 4162 neue Maßstäbe innerhalb der Rolex-Kollektion: Mit Rolex Côtes de Genève auf den Brücken – einer verfeinerten Variante der klassischen Côtes de Genève mit einer feinen polierten Rille zwischen jedem Streifen – sowie einer durchbrochenen Schwungmasse.

Zifferblatt und Gehäuse: nautisch, klar, funktional

Das Zifferblatt ist matt weiß lackiert – bewusst reflexionsreduzierend für den Außeneinsatz auf dem Wasser. Die applizierten Indizes und Zeiger sind mit Chromalight beschichtet, dem blauen, lang leuchtenden Leuchtmaterial von Rolex; Fassung und Zeiger in 18 Karat Weißgold (Stahlversion) bzw. in 18 Karat Gelbgold. Der zentrale Sekundenzeiger und die kleine Sekunde bei 6 Uhr sind bei der Stahl-Version rot lackiert – ein Farb-Akzent, der sich in den roten Dreiecken auf dem Höhenring der Countdown-Skala wiederholt. Die Gelbgold-Version verzichtet dagegen auf das Rot und bleibt farblich einheitlich.

Der Höhenring mit der 0-bis-10-Minuten-Countdown-Skala befindet sich präzise positioniert auf dem Gehäusemittelteil – seine Montage wurde für ein Patent angemeldet. Die Lünette trägt eine Cerachrom-Monoblock-Zahlenscheibe in Blau mit 60-Minuten-Graduierung; die versenkten Gravuren sind per PVD-Verfahren mit Platin (Stahl) bzw. Gelbgold (Goldausführung) belegt.

Das 44-mm-Oyster-Gehäuse mit 13,9 mm Bauhöhe ist aus Oystersteel oder 18 Karat Gelbgold gefertigt, mit satiniertem Mittelteil und polierten Flanken, verschraubtem Gehäuseboden und verschraubbarer Triplock-Krone mit dreifachem Dichtungssystem. Wasserdichtheit: 100 Meter. Das dreireihige Oyster-Band ist leicht breiter angelegt als beim Vorgänger, die Oysterlock-Faltschließe dagegen wurde schlanker gestaltet und die Easylink-Verlängerung ermöglicht eine werkzeuglose Anpassung um rund 5 mm..

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