So geht es besser
Fünf Social-Media-Fehler im Einzelhandel
Der stationäre Einzelhandel steht unter Druck: Während Online-Shopping weiter wächst, kämpfen viele Geschäfte vor allem mit einem Problem: mangelnder digitaler Sichtbarkeit. Dabei bieten soziale Netzwerke längst die Chance, das eigene Geschäft online sichtbar zu machen und Kunden gezielt in den Laden zu führen. Dennoch bleiben viele Händler hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Melanie Schneppershoff, Gründerin des Fashion-Onlineshops Mamell, beobachtet immer wieder die gleichen Fehler. Aus ihrer Sicht beginnt das Einkaufserlebnis heute häufig digital – lange bevor Kunden ein Geschäft betreten. „Die romantische Vorstellung, dass Kunden zufällig beim Bummeln auf ein Geschäft stoßen, gehört der Vergangenheit an“, erklärt sie. „Kaufentscheidungen werden oft schon beim Scrollen auf dem Sofa vorbereitet.“
„Erst wenn Händler sich selbst zeigen, wenn Persönlichkeit spürbar wird und Nähe entsteht, verwandelt sich ein flüchtiger Follower in einen loyalen Kunden.“Melanie Schneppershoff, Unternehmerin und Mamell-Gründerin
5 Fehler, die es zu vermeiden gilt
Social Media gar nicht nutzen:
Der erste und gravierendste Fehler besteht laut Schneppershoff darin, Social Media gar nicht zu nutzen. Während andere Händler ihre Produkte und Geschichten bereits online präsentieren, warten viele Unternehmen auf den perfekten Plan oder den richtigen Zeitpunkt. Doch gerade im digitalen Raum gilt: Sichtbarkeit entsteht durch Präsenz, auch wenn diese zunächst klein ist.
Unauthentischer Auftritt:
Ebenso problematisch sei ein unauthentischer Auftritt. Nutzer sozialer Netzwerke reagieren sensibel auf inszenierte Hochglanzfassaden ohne Persönlichkeit. Wer lediglich eine künstliche Markenwelt zeigt, ohne echte Begeisterung für das eigene Sortiment oder den Alltag im Geschäft zu vermitteln, verliert schnell das Vertrauen potenzieller Kunden.
(Zu) unregelmäßiges Posten:
Ein weiterer häufiger Fehler ist unregelmäßiges Posten. Die Mechanismen sozialer Plattformen belohnen Kontinuität. Wer nur sporadisch Inhalte veröffentlicht, verschwindet schnell aus den Feeds der Zielgruppe. Regelmäßige Beiträge sind deshalb entscheidend, um dauerhaft wahrgenommen zu werden.
Blindes Kopieren von Erfolgsformaten anderer:
Auch das blinde Kopieren erfolgreicher Formate anderer Accounts sieht Schneppershoff kritisch. Inspiration sei zwar sinnvoll, doch jede Marke brauche ihren eigenen Stil. Nur wer die eigene Persönlichkeit und die Besonderheiten des Geschäfts zeigt, kann sich von der Masse abheben.
Produkte statt Persönlichkeit:
Schließlich unterschätzen viele Händler die Bedeutung der eigenen Person im Social-Media-Auftritt. Reine Produktbilder reichen heute selten aus, um eine Beziehung zur Zielgruppe aufzubauen. Gerade im lokalen Handel sei die persönliche Nähe ein entscheidender Vorteil gegenüber großen Online-Plattformen. Wenn Händler sich selbst zeigen und Einblicke in ihren Alltag geben, entstehe Vertrauen und aus Followern werden reale Kunden, fasst Melanie Schneppershoff den fünften häufigen Fehler zusammen.
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