Schmuckkünstlerin aus Ungarn

Friedrich Becker Preis 2026 geht an Veronika Fabian

Mit der Vergabe des Friedrich Becker Preises 2026 würdigt die Gesellschaft für Goldschmiedekunst erneut herausragende Positionen des zeitgenössischen Schmucks. Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an die ungarische Schmuckkünstlerin Veronika Fabian.

12. Mai 2026 Christian Lücke
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Der Friedrich Becker Preis 2026 wurde am 9. Mai in Hanau an die ungarische Schmuckmacherin Veronika Fabian verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. zählt zu den renommiertesten Preisen für zeitgenössischen Schmuck und Gerät. Die Preisverleihung fand in der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau statt. Zu den Rednern gehörten Hartwig Rohde, Präsident der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri sowie Malte Guttek, Leiter des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau.

10. Jubiläum des Friedrich Becker Preises

Mit der diesjährigen Vergabe feiert der Friedrich Becker Preis zugleich sein zehnjähriges Jubiläum. Begleitend erschien ein Katalog, der neben dem aktuellen Wettbewerb auch die Geschichte des Preises und seinen Namensgeber Friedrich Becker würdigt.

Preisträgerin Veronika Fabian

Die Preisträgerin Veronika Fabian, geboren 1979 im ungarischen Kecskemét, lebt und arbeitet in Ungarn. Nach Stationen im Wirtschafts- und Finanzwesen studierte sie Schmuckdesign am Central Saint Martins in London sowie im Masterprogramm „MASieraad Challenging Jewellery“ an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam. Ihre Arbeiten setzen sich intensiv mit Konsumkultur, Wertzuschreibungen und gesellschaftlichen Codes auseinander. Charakteristisch ist ihr experimenteller Umgang mit industriell gefertigten Ketten, die sie durch Schmieden, Walzen und Löten transformiert und neu interpretiert.

Die Siegerkreation

Ausgezeichnet wurde Fabian für ihre Arbeit „Spring ring XXXL / Clasp me firmly, hold me tight“. Die Jury hob insbesondere die vielschichtige Transformation eines funktionalen Federrings zum eigenständigen Schmuckobjekt hervor. Industriell gefertigte Ketten verdichten sich dabei zu einer neuen plastischen Form, die Fragen nach Funktion, Wert und Bedeutung von Schmuck stellt. Die Arbeit bewege sich, so die Jury, zwischen Serie und Einzelstück, zwischen Zeichen und Funktion.

Schmuck der Gewinnerin und ausgewählter Bewerber wird ausgestellt

Die Ausstellung zum Friedrich Becker Preis 2026 läuft noch bis zum 18. Oktober 2026 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau. Parallel zur Ausstellung der prämierten Arbeit gewährt das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau bis zum 31. August 2026 in einer Foyervitrine zusätzliche Einblicke in das Werk der Künstlerin.

Insgesamt wurden 150 Bewerbungen aus Europa, Asien, Nordamerika und Australien eingereicht. Die Jury (bestehend aus Paul Derrez, Prof. Melanie Isverding und Dr. Christianne Weber-Stöber) nominierte daraus 48 Positionen von 49 Künstlerinnen und Künstlern.

Vielfalt zeitgenössischer Schmuckkunst

Die Schau verdeutlicht die Vielfalt zeitgenössischer Schmuckkunst: von aufwendiger Perlenstickerei auf Luftpolsterfolie bei Sam Tho Duong über die Verwendung ausrangierter Alltagsobjekte bei der US-amerikanischen Künstlerin Corrina Goutos bis hin zu den spielerisch-mechanischen Arbeiten des Norwegers Sigurd Bronger.

Malte Guttek betonte die internationale Strahlkraft des Wettbewerbs: „Der zehnte Friedrich Becker Preis ist für uns ein ganz besonderer Anlass zum Feiern. Denn er unterstreicht sowohl die Aktualität des zeitgenössischen Schmucks als auch die Tradition, die in ihm begründet liegt.“

Der Friedrich Becker Preis

Seit 1999 wird der Friedrich Becker Preis alle drei Jahre vergeben. Gestiftet wurde er von Hildegard Becker in Erinnerung an ihren Mann Friedrich Becker, der als Goldschmied und Gestalter kinetischer Objekte internationale Bekanntheit erlangte.

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