Aufreger des Monats

Ein Mythos wird neu sortiert

De Beers reduziert seine Händler, Förderung und Wert von Diamanten sinken. Ein System, das auf Knappheit basiert, gerät sichtbar unter Druck.

11. Mai 2026 Caroline Schiedt
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Diamanten leben vom Mythos. Von der Idee der Seltenheit, von Kontrolle und von einem Markt, der sich nie ganz frei entwickeln konnte. Kaum jemand hat dieses System so konsequent geformt wie De Beers. Jetzt verschieben sich die Parameter: Das Unternehmen verkleinert sein exklusives Händlernetz von rund 70 auf künftig etwa 45 bis 50 Sightholder. Weniger Zugang, strengere Auswahl. Ein Schritt, der früher Stärke signalisiert hätte. Heute wirkt er anders. Die Förderung liegt bei unter 22 Millionen Karat, nach knapp 35 Millionen im Jahr 2022. Gleichzeitig ist der Unternehmenswert auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar gefallen, von über 9 Milliarden vor wenigen Jahren. Der Mutterkonzern Anglo American versucht, sich von De Beers zu trennen. Der Verkaufsprozess gilt als weit fortgeschritten.

Gleichzeitig verändert sich der Markt. Lab-Grown-Diamanten gewinnen an Präsenz, China verliert an Dynamik, die Nachfrage wird vorsichtiger. Für den Handel ist das spürbar. Und wenn ein Anbieter wie De Beers selektiver wird, verschiebt sich mehr als nur die Verfügbarkeit. Der Mythos bleibt – aber gerade zeigt sich sehr deutlich, wie viel davon echte Nachfrage ist und wie viel über Jahre gesteuert wurde.

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