Aufreger des Monats

Vertrauen ist kein Sondervermögen

Neue Studien werfen der Politik Zweckentfremdung von Milliarden vor. Das Vertrauen sinkt, Investitionen bleiben aus. Auch Schmuck und Uhren spüren die Folgen dieser gefährlichen Entwicklung.

13. Apr. 2026 Caroline Schiedt
Kommentare (0) Link kopieren

Große Zahlen erzeugen große Erwartungen. Rund 500 Milliarden Euro schuldenfinanzierte Sondermittel sollten die Infrastruktur modernisieren und wirtschaftliche Dynamik entfalten. Aktuelle Studien vom ifo Institut und vom Institut der deutschen Wirtschaft legen jedoch nahe, dass bis zu 95 Prozent der Gelder nicht in zusätzliche Investitionen geflossen sind, sondern vor allem bestehende Etatspielräume stabilisierten. Kritiker sprechen von Haushaltskosmetik. Die tatsächlichen Investitionen stiegen zuletzt nur moderat. Gleichzeitig sehen Ökonomen eine Differenz von rund 23 Milliarden Euro zwischen neuer Verschuldung und realen Zukunftsausgaben. Parallel verändert sich das wirtschaftliche Klima. Laut Edelman Trust Barometer bewegt sich Deutschland im Misstrauensbereich. Für Branchen wie Schmuck und Uhren bleibt das nicht ohne Wirkung. Emotionale Anschaffungen werden vertagt, Planungssicherheit schrumpft. Während Hersteller und Handel um Begehrlichkeit ringen, liefert die Politik vor allem Unsicherheit. Investitionen sollten Orientierung geben. Wenn stattdessen die Unsicherheit wächst, wird Vertrauen selbst zum Luxusgut.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

3 Monate nur 27€ 3€
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer

Inhalt