Höhere (Gold-)Preise, aber auch höhere Stückzahlen

Schweizer Uhrenexporte im Aufwind

Nach verhaltenem Jahresstart legt die Schweizer Uhrenindustrie im Februar 2026 wieder deutlich zu. Vor allem drei Schlüsselmärkte treiben das Wachstum.

20. März 2026 Christian Lücke
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Die Schweizer Uhrenexporte haben im Februar 2026 spürbar an Dynamik gewonnen. Mit einem Gesamtwert von 2,2 Milliarden Franken entspricht dies einem Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach einem schwachen Jahresauftakt markiert dieser Anstieg eine klare Trendwende – wenngleich ein Teil des Wachstums auf Effekte wie höhere Edelmetallpreise zurückzuführen ist. Entscheidend war vor allem die starke Nachfrage in zentralen Absatzmärkten.

Armbanduhren in mit Wert- und Stückzahlzuwachs

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Armbanduhren, die mit einem Exportvolumen von rund 2,07 Milliarden Franken ein Wachstum von 10,0 Prozent verzeichneten (ebenfalls im Vergleich zum Vorjahresmonat). Parallel dazu stieg auch die Stückzahl deutlich um 14,0 Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten. Damit zeigt sich, dass nicht nur hochpreisige Modelle, sondern auch volumenstärkere Segmente zur positiven Entwicklung beitragen.

Bimetall-Modelle im Aufwind, Stahluhren im Wert rückläufig

Ein differenziertes Bild ergibt sich bei der Materialverteilung: Uhren aus Edelmetallen legten um 12,4 Prozent zu, während Bimetall-Modelle mit einem Plus von 38,4 Prozent – wohl auch aufgrund des Goldpreises – besonders stark performten. Stahluhren hingegen verzeichneten trotz steigender Stückzahlen einen Rückgang im Wert (-4,6 Prozent). Diese Entwicklung deutet auf Preisdruck im volumenstarken Einstiegs- und Mittelpreissegment hin.

USA bleibt wichtigster Absatzmarkt, gefolgt von Japan und Frankreich

Auf der Nachfrageseite dominieren weiterhin die USA als wichtigster Einzelmarkt. Mit einem Wachstum von 26,8 Prozent bestätigen sie ihre Rolle als Stabilitätsanker für die Branche. Auch Japan (+23,7 Prozent) und Frankreich (+57,1 Prozent) entwickelten sich überdurchschnittlich stark. Letzteres dürfte allerdings weniger auf eine gesteigerte Inlandsnachfrage zurückzuführen sein, sondern vielmehr auf logistische Effekte im internationalen Handel.

Demgegenüber bleibt die Situation in Asien angespannt: Hongkong (-5,2 Prozent) und China (-11,0 Prozent) zeigen weiterhin Schwäche, obwohl zu Jahresbeginn noch leichte Erholungstendenzen erkennbar waren. Europa präsentiert sich uneinheitlich – während Großbritannien (+10,0 Prozent) und Frankreich zulegen, verzeichnen Deutschland (-3,5 Prozent) und Italien (-2,0 Prozent Rückgänge.

Preislich zeigt sich ein klares Muster: Vor allem Uhren im Segment über 500 Franken treiben das Wachstum. Insbesondere Modelle im Bereich zwischen 500 und 3.000 Franken entwickeln sich dynamisch und bestätigen ihre Rolle als tragende Säule der Branche.
Insgesamt unterstreichen die Zahlen die Resilienz der Schweizer Uhrenindustrie, die trotz geopolitischer Unsicherheiten und regionaler Schwächen weiterhin auf eine breite internationale Nachfrage bauen kann.

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