Niedrigster Stand seit Mai 2020
Beschäftigungsbarometer: Stellenabbau verschärft sich
Bild: shutterstock / Golden Sikorka
Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt spitzt sich weiter zu. Wie das ifo Institut mitteilte, ist das Beschäftigungsbarometer im April auf 91,3 Punkte gefallen (nach 93,4 Punkten im März). Damit erreicht der Indikator den niedrigsten Stand seit Mai 2020 und signalisiert eine deutliche Verschärfung der Personalplanung in den Unternehmen.
„Die geopolitische Unsicherheit greift auf die Personalplanungen der Unternehmen über“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Der Trend sei eindeutig: „Es werden mehr Arbeitsplätze ab- als aufgebaut.“
Besonders angespannt bleibt die Situation in der Industrie. Hier hat sich das Barometer erneut verschlechtert, und kaum eine Branche bleibt vom Stellenabbau verschont. Auch im Groß- und Einzelhandel zeigt sich ein ähnliches Bild: Unternehmen reagieren zunehmend vorsichtig auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Ein besonders deutlicher Rückgang ist im Dienstleistungssektor zu verzeichnen. Der entsprechende Indikator ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Krise eingebrochen. Dies unterstreicht die breite Betroffenheit über nahezu alle Wirtschaftsbereiche hinweg.
Auch in der Logistikbranche machen sich steigende Kosten nun verstärkt in den Personalplanungen bemerkbar. Parallel dazu gerät der Tourismussektor unter Druck, der ebenfalls von Arbeitsplatzabbau betroffen ist.
Kurzfristige Entspannung nicht in Sicht
Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. „Eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt ist erst zu erwarten, wenn die Unsicherheiten deutlich nachlassen“, so Wohlrabe. Damit bleibt der Arbeitsmarkt ein Spiegel der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.
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