ifo Institut veröffentlicht Preiserwartungen aus dem Juli
Weniger Firmen planen Preiserhöhungen
Bild: shutterstock / Miha Creative
Die Unternehmen in Deutschland planen im Juli seltener Preiserhöhungen. Wie das ifo Institut mitteilt, sank der Indikator für die Preiserwartungen auf 21,6 Punkte, nachdem er im Juni noch bei 26,1 Punkten gelegen hatte. Damit hat sich die Stimmung hinsichtlich künftiger Preissteigerungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen eingetrübt.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei energieintensiven Unternehmen aus: Hier sank der Indikator von 29,6 auf 21,2 Punkte. Auch nicht energieintensive Betriebe reduzierten ihre Preiserwartungen von 26,8 auf 22,9 Punkte. Im Handel ging der Wert von 42,2 auf 31,4 Punkte zurück, bei den Dienstleistern von 21,4 auf 19,1 Punkte. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete ebenfalls einen Rückgang – von 28,1 auf 23,0 Punkte.
Weitere Preisentwicklung hängt vom Fortgang des Nahost-Konflikts ab
Nach Einschätzung von ifo-Forscherin Tiphaine Wibault hängt die weitere Preisentwicklung jedoch maßgeblich vom Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und den daraus resultierenden Energiepreisen ab. Auffällig sei, dass Unternehmen, die ihre Einschätzung nach dem erneuten Aufflammen des Konflikts am Persischen Golf am 10. Juli abgegeben haben, deutlich häufiger mit steigenden Preisen rechnen als jene, die zuvor befragt wurden.
Während Dienstleister und Bauunternehmen nach dem 10. Juli ihre Preispläne gegenüber dem Juni sogar erhöhten, fielen die Erwartungen in Industrie und Handel leicht. Für die Gesamtwirtschaft blieben die Preispläne insgesamt nahezu unverändert. „Insgesamt hält der Aufwärtsdruck bei den Preisen an und dürfte mit zunehmender Dauer des Konflikts steigen“, so Wibault.
Entspannung bei Beschaffungskosten in Aussicht?
Für die Schmuck- und Uhrenbranche könnte die Entwicklung kurzfristig für etwas Entspannung bei den Beschaffungskosten sorgen. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage hoch, insbesondere wenn steigende Energiepreise erneut auf die Produktions- und Transportkosten durchschlagen.
(Die Juni-Werte sind saisonbereinigt.)
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