Auktion in Moskau angekündigt
Russland versteigert Rohdiamanten aus Staatsreserve
Bild: shutterstock RHJPhtotos
Russland will im September große Rohdiamanten aus seiner staatlichen Reserve versteigern. Nach Angaben des russischen Finanzministeriums findet die Auktion am 9. September in Moskau statt. Angeboten werden natürliche Rohdiamanten mit einem Gewicht von mindestens 10,8 Karat aus den Beständen des staatlichen Edelmetall- und Edelsteinfonds.
Die Diamanten werden einzeln versteigert. Interessenten müssen vor der Teilnahme eine Kaution in Höhe von 200.000 Rubel hinterlegen.
Die angekündigte Auktion fällt in eine Phase, in der Russland verstärkt auf seine Edelmetall- und Edelsteinreserven zurückgreift. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass die offiziellen Goldreserven des Landes im ersten Halbjahr 2026 um 43,5 Tonnen zurückgingen. Marktbeobachter sehen darin unter anderem einen Versuch, den angespannten Staatshaushalt zu entlasten.
Medien berichten von Haushaltsdefizit aufseiten Russlands
Nach Informationen des ukrainischen Portals United24 Media näherte sich das russische Haushaltsdefizit im ersten Halbjahr 2026 der Marke von sechs Billionen Rubel. Ein offizieller Zusammenhang zwischen der angesetzten Diamantenauktion und der Haushaltslage wurde vom russischen Finanzministerium bislang jedoch nicht hergestellt. Auch die Höhe des von ukrainischer Seite berichteten Haushaltsdefizits ist von Russland nicht bestätigt und kann nicht durch unabhängige Quellen verifiziert werden.
Kreis westlicher Bieter stark eingeschränkt
Der staatliche Fonds wird von der zum russischen Finanzministerium gehörenden Einrichtung Gokhran verwaltet und verfügt über strategische Bestände an Edelmetallen und Edelsteinen, die in unregelmäßigen Abständen auf den Markt gebracht werden. Die internationale Diamantenbranche dürfte die Auktion aufmerksam verfolgen, da zusätzliche Rohdiamanten aus staatlichen Beständen Auswirkungen auf das Marktangebot haben können. Allerdings dürfte die Versteigerung für westliche Staaten eher eine begrenzte Bedeutung haben: Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verbieten seit Anfang 2024 die Europäische Union und die G7 schrittweise den Import russischer Naturdiamanten und haben ein System zur Herkunfts- und Rückverfolgbarkeit eingeführt, das inzwischen auch über Drittstaaten gehandelte Steine erfasst. Damit kommen aus russischer Perspektive vor allem Unternehmen aus ebenjenen Märkten als Käufer infrage, die diese Sanktionen nicht anwenden. Welche Auswirkungen die Auktion auf das weltweite Angebot haben wird, hängt daher weniger vom Verkauf selbst als von den späteren Absatzmärkten der Steine ab.
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