Nachhaltigkeit | Nevermined
Nachhaltigkeit als Grundlage
Ist Nachhaltigkeit bei Ihnen nicht nur die Grundmotivation Ihrer Reise gewesen, sondern auch im Kern eines jeden Arbeitsplatzes verankert?
Christine Marhofer: Ja, absolut. Nachhaltigkeit war für uns nie ein nachträglich hinzugefügtes Argument, sondern einer der Gründe, warum es Nevermined und Mandana überhaupt gibt. Die ursprüngliche Idee war, hochwertigen Diamantschmuck zu schaffen, der mit einem modernen Verantwortungsbewusstsein vereinbar ist. Daraus ist zunächst der Wunsch nach transparenten Lab-Grown-Diamanten entstanden und schließlich die Entscheidung, mit Nevermined eine eigene Produktion in Deutschland aufzubauen.
Wo und wie steckt das Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?
Nachhaltigkeit ist bei uns kein Thema, das nur in der Kommunikation stattfindet oder einer einzelnen Abteilung zugeordnet ist. Sie wird in allen Prozessen gelebt: in der Energie, die wir nutzen, in der Auswahl unserer Materialien, in der Art, wie wir produzieren, in unseren Lieferketten, in der Dokumentation, in der Beratung und auch in der Frage, wie wir langfristig wachsen möchten. Bei Nevermined bedeutet das zum Beispiel 100 Prozent Ökostrom, eigene Produktion in Essen, transparente Rückverfolgbarkeit, unabhängige Zertifizierungen und konstante Qualität. Bei Mandana übersetzen wir diese Haltung in Schmuckstücke aus recyceltem Gold und Nevermined-Diamanten, gefertigt in Deutschland und Spanien. Gleichzeitig ist mir wichtig: Nachhaltigkeit allein reicht nicht. Ein Schmuckstück muss begehrlich sein, es muss hochwertig verarbeitet sein, es muss emotional berühren und zur Persönlichkeit des Kunden passen. Nachhaltigkeit ist für uns also nicht der Ersatz für Design, Qualität oder Luxus, sondern die Grundlage, auf der ein neues Luxusverständnis entstehen kann.
„Herkunft, Transparenz und Verantwortung sind längst reale Kaufkriterien.“Christine Marhofer, Gründerin und Inhaberin
Ist Nachhaltigkeit auch für Ihre Käufer mehr als nur ein nettes Nice-to-have oder Add-on, auf das man auch mal verzichten kann, wenn’s zu teuer ist?
Die Kaufentscheidung ist definitiv differenzierter geworden. Viele Kunden erwarten heute von modernen Marken, dass sie verantwortungsvoll handeln. Nachhaltigkeit ist für sie kein exotisches Zusatzargument mehr, sondern zunehmend eine Grundvoraussetzung. Das heißt aber nicht, dass Menschen ausschließlich „Nachhaltigkeit“ kaufen. Sie kaufen ein Schmuckstück, eine Marke, ein Gefühl, eine Geschichte, die zu ihren Werten passt. Trotzdem bleibt Schmuck ein emotionales Produkt. Niemand entscheidet sich nur wegen eines Zertifikats für einen Ring. Der Kunde verliebt sich in das Design, in das Funkeln und in die Bedeutung. Nachhaltigkeit gibt dieser Entscheidung eine zusätzliche Sicherheit und Tiefe. Sie macht den Kauf stimmig.
Um die Nachhaltigkeitsdebatte ist es stiller geworden. Bei Ihnen auch?
Die Debatte mag leiser geworden sein, die Fragen der Kunden sind dafür konkreter geworden. Heute geht es weniger um abstrakte Nachhaltigkeitsversprechen, sondern um Transparenz, Herkunft und Glaubwürdigkeit. Kunden möchten wissen, woher ein Diamant stammt, wie er produziert wurde und wer hinter dem Produkt steht. Genau diese Entwicklung beobachten wir sowohl bei unseren B2B-Partnern als auch bei Endkunden. Nachhaltigkeit ist aus unserer Sicht deshalb kein Trendthema mehr, sondern zunehmend Teil der Qualitätsbewertung eines Produkts.
Wer ist der typische Nevermined-Kunde?
Im B2B-Bereich sind unsere Partner Goldschmiede, Juweliere, Schmuckproduzenten und Designer, die Lab-Grown-Diamanten nicht nur als günstigere Alternative sehen, sondern als Möglichkeit, neue Designs, größere Karatgrößen, Fancy Colours und nachvollziehbare Herkunft in ihr Sortiment zu integrieren. Für sie zählen konstante Qualität, Verfügbarkeit, persönliche Beratung, Zertifizierungen und natürlich die Tatsache, dass wir in Deutschland produzieren.
Und wer ist der Mandana-Käufer?
Bei Mandana ist die Zielgruppe sehr bewusst, designaffin und werteorientiert. Unsere Kunden suchen Schmuck, der modern aussieht und gleichzeitig zu ihrer Haltung passt. Sie interessieren sich für hochwertige Materialien, für Handwerk, für die Geschichte hinter dem Produkt und für die Menschen dahinter. Viele möchten kein austauschbares Luxusprodukt, sondern ein Schmuckstück, das sich persönlich anfühlt und mit den eigenen Werten vereinbar ist. Der typische Mandana-Kunde kauft also nicht „nur“ nachhaltig und auch nicht „nur“ schön. Er sucht beides in einem: Ästhetik und Verantwortung, Qualität und Transparenz, Emotion und Herkunft.
Geht es also auch um eine neue Zielgruppe, die der klassische Juwelier oder Goldschmied vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat?
Durchaus. Es gibt eine Zielgruppe, die bisher nicht selbstverständlich in ein Juweliergeschäft gegangen ist, weil sie Diamantschmuck mit klassischen Rollenbildern, Intransparenz oder unerreichbaren Preisen verbunden hat. Lab-Grown-Diamanten, moderne Designs und eine klare Wertehaltung können diese Menschen neu für Diamantschmuck begeistern.
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