Betriebsgewinn sinkt unter anderem durch Währungseffekte deutlich, der Ausblick fällt dennoch optimistisch aus

Halbjahresbericht: Swatch Group-Umsatz wächst

Die Swatch Group ist mit einem Umsatzplus und eigenen Angaben zufolge auch mit Marktanteilsgewinnen ins erste Halbjahr 2026 gestartet. Der Umsatzanstieg bedeutet allerdings nicht automatisch, dass mehr Uhren verkauft wurden – auch Preiserhöhungen können das Wachstum maßgeblich beeinflusst haben.

23. Juli 2026 Christian Lücke
Kommentare (0)

Die Swatch Group hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Umsatz gesteigert und nach eigenen Angaben weltweit deutliche Marktanteile hinzugewonnen. Während die Verkäufe zu konstanten Wechselkursen um 8,5 Prozent zulegten, betrug das Wachstum aufgrund negativer Währungseinflüsse auf berichteter Basis 2,0 Prozent. Der Nettoumsatz erhöhte sich damit von 3,059 auf 3,121 Milliarden Schweizer Franken. Hier gilt es allerdings einzuschränken: Da die Swatch Group keine Absatzzahlen veröffentlicht, lässt sich aus dem Umsatzplus nicht ableiten, dass mehr Uhren verkauft wurden; auch Preissteigerungen dürften einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung geleistet haben.

Zweites Quartal 2026 am stärksten

Besonders dynamisch entwickelte sich das zweite Quartal. Zu konstanten Wechselkursen legten die Verkäufe um 9,4 Prozent zu. Für Mai und Juni meldet der Konzern sogar ein Umsatzplus von 13,1 Prozent, begleitet von einer operativen Marge von 8,6 Prozent. Diese Entwicklung habe sich in den ersten Juliwochen fortgesetzt und bilde die Grundlage für einen optimistischen Ausblick auf das zweite Halbjahr, schreibt der Konzern in seinem Halbjahresbericht.

Die Breite des Sortiments als Wachstumstreiber

Nach Angaben der Swatch Group profitierte das Unternehmen von einer starken Nachfrage über alle Preissegmente und auf sämtlichen Kontinenten. Das breit aufgestellte Markenportfolio, innovative Produktneuheiten sowie eine effizientere Retail-Organisation hätten das Wachstum unterstützt. Gleichzeitig verweist der Konzern auf deutliche Marktanteilsgewinne gegenüber dem Gesamtmarkt. Während die Schweizer Uhrenexporte laut Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) nach sechs Monaten um 0,7 Prozent zurückgingen, konnte die Swatch Group ihren Umsatz ausbauen.

Betriebsgewinn sinnkt deutlich: Auswirkungen von Wechselkursen und hohe Produktionskosten

Die Ergebnisentwicklung blieb dagegen von negativen Wechselkurseffekten und hohen Produktionskosten beeinflusst. Der Betriebsgewinn (EBIT) sank auf 52 Millionen Schweizer Franken (Vorjahr: 68 Millionen, 2024: 204 Millionen), die operative Marge verringerte sich von 2,2 auf 1,7 Prozent. Der Konzerngewinn belief sich auf 16 Millionen Schweizer Franken nach 17 Millionen im ersten Halbjahr 2025.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor waren laut Unternehmen negative Währungseffekte in Höhe von rund 200 Millionen Schweizer Franken. Dennoch, so betont der Konzern explizit, verzichtete die Swatch Group bewusst auf Kurzarbeit und hielt ihre Produktionskapazitäten sowie Arbeitsplätze aufrecht. Die vertikale Fertigung ermögliche es nun, die prognostizierte steigende Nachfrage für das zweite Halbjahr kurzfristig zu bedienen.

Für das zweite Halbjahr erwartet die Swatch Group daher eine spürbare Verbesserung von Umsatz und Profitabilität. Die seit Mai beobachtete Beschleunigung der Verkäufe habe sich im Juli bestätigt und lasse auf eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung schließen.

Keine Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

1 Monat kostenlos
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer

Inhalt