Chronoswiss

Zwei neue Interpretationen einer bestechenden Idee

Mit der „Pulse GMT Silver Guilloche“ und der „Pulse GMT Enamel Sky Gold“ präsentiert Chronoswiss zwei limitierte Varianten eines neuen GMT-Kalibers, das die Zifferblattarchitektur der legendären Tora aus den 1990er-Jahren in die Pulse-Familie überführt.

15. Apr. 2026 Mathias Menzel
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Als Chronoswiss-Gründer Gerd-Rüdiger Lang Mitte der 1990er-Jahre die „Tora“ lancierte, schuf er eine GMT-Uhr, die damals konzeptuell ungewöhnlich war: Statt einer Kombination aus GMT-Zeiger und Hauptzifferblatt wählte er zwei vollständig getrennte Stundenzähler beiderseits einer gemeinsamen, zentralen Minuten- und Sekundenanzeige. Links die 24-Stunden-Anzeige der zweiten Zeitzone, rechts die 12-Stunden-Lokalzeit, verbunden durch dieselben Zeiger in der Mitte – eine Logik, die auf Anhieb lesbar ist und keine Umrechnung verlangt.

Genau diese Zifferblattarchitektur trägt nun das neue Manufakturkaliber C.6002, entwickelt gemeinsam mit La Joux-Perret, in die Pulse-Familie: 41 mm im Durchmesser, 13 mm hoch, skulpturale Gehäuseform mit kanneliierter Lünette, der charakteristischen Zwiebelkrone und – erstmals in der Geschichte von Chronoswiss – einem vollständig nahtlos integrierten Armband, das ohne visuelle Unterbrechung aus dem Gehäuse herauszuwachsen scheinen.

Trotz des gleichen Kalibers und der Herkunft aus dem Luzerner Chronoswiss-Atelier sind die neue „Pulse GMT Silver Guilloche“ und die „Pulse GMT Enamel Sky Gold“ in Material, Zifferblatt-Handwerk, Charakter und auch Preis sehr verschieden.

„Pulse GMT Silver Guilloche“: Titan, Licht und handgeschnittene Linien

Die „Silver Guilloche” ist mit einem VK von 12.900 Euro das zugänglichere der beiden Modelle – und zugleich das für den Alltag robustere. Das Gehäuse aus Grade-5-Titan (Ref. CH-4223TM-GR) ist außerordentlich leicht und korrosionsbeständig, das integrierte Titanarmband schmiegt sich dem Handgelenk entsprechend an. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 100 Meter – dem doppelten Wert der Gold-Variante – was unterstreicht, dass dieses Modell eher als Alltagsbegleiter konzipiert ist.

Das Zifferblatt-Mittelteil ist in zwei unterschiedlichen Guilloché-Mustern handgestochen: Jede Linie einzeln auf den historischen Maschinen des Luzerner Ateliers geschnitten, die garantiert kein CNC beherrschen, wie man sich vor Ort leicht überzeugen kann. Das Ergebnis ist eine mechanische Textur, die sich mit dem Lichteinfall permanent verändert – ein lebendiges Zifferblatt, das je nach Betrachtungswinkel mal stärker strukturiert, mal fast glatt wirkt. Das Messing-Mittelteil erhält eine galvanische Nickel-Beschichtung, die ihm einen kühlen, silbrigen Schimmer verleiht – daher der Name Silver Guilloche.

„Pulse GMT Enamel Sky Gold“: Rotgold, Feuer und schwebende Sterne

Die „Enamel Sky Gold“ (Ref. CH-4221REM-GRBL) ist dagegen von einem anderen Schlag – eher kein Alltagsbegleiter, sondern ein Sammler- und Schmuckobjekt, was auch der Preis von gut 87.000 Euro signalisiert. Das vollständig aus 18-Karat-5N-Rotgold gefertigte Gehäuse (48 g) mit integriertem Rotgoldgliederarmband (144 g) macht die Uhr zum skulpturalen Schmuckstück mit einem Gesamtgoldgewicht von knapp 200 Gramm. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 50 Metern.

Die Besonderheit des Modells liegt in ihrem Zifferblatt, dessen Herstellung so aufwendig wie fehleranfällig ist. Die Basis ist ein 4 Gramm schweres, gewölbtes Plättchen aus 750er Weißgold, das im Chronoswiss-Atelier in Luzern ebenfalls zuerst von Hand guillochiert wird. Danach beginnt das Paillonné-Verfahren – ein Prozess, der in der Uhrmacherei als einer der schwierigsten gilt. Schicht für Schicht wird transparent blaues Feueremail aufgetragen und bei hoher Temperatur gebrannt. Jeder Brennvorgang ist unwiderruflich: Ein Staubpartikel, eine mikroskopische Blase oder eine minimale Materialspannung kann das gesamte Zifferblatt nach tagelanger Arbeit unbrauchbar machen.

Erst wenn die tiefblaue Grundierung ihre volle Intensität erreicht hat, beginnt die nächste Phase: Unter dem Vergrößerungsglas werden hauchdünne Sternchen aus Feingold – die sogenannten Paillons – einzeln auf der Emailoberfläche platziert. Danach folgt ein letzter Brenngang mit einer abschließenden transparenten Emailleschicht, die die Goldpaillons unter der Oberfläche versiegelt.

Das Ergebnis ist ein Zifferblatt, das kein Druckverfahren der Welt erreichen kann: Die Goldsternchen schweben im blauen Email, das darunterliegende Guilloché spielt weiter mit dem Licht, und die Wölbung des Weißgold-Mittelteils fügt eine weitere Dimension hinzu.

Die übrige Zifferblattarchitektur ist bewusst kontrastreich gehalten: gewölbte, sandgestrahlte Messingindizes für die Stunden, ein Teilungsring aus roh sandgestrahltem Messing mit schwarzem Chronoswiss-Logoaufdruck, polierte blaue PVD-Applikationen, blauer Stahl für Schrauben und die pyramidenförmigen polierten Zeiger.

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