Arnold & Son

Ultraflach und tiefschwarz

Arnold & Son präsentiert mit der „Ultrathin Tourbillon Onyx Edition“ zwei auf je acht Exemplare limitierte Versionen einer der flachsten Tourbillon-Armbanduhren überhaupt – mit einem Zifferblatt aus echtem schwarzem Onyx, dessen matte Satinfinissierung weltweit erstmals in der Uhrmacherei an diesem Stein angewendet wird.

15. Apr. 2026 Mathias Menzel
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Wer die Philosophie von Arnold & Son verstehen möchte, muss bis ins London des 18. Jahrhunderts zurückgehen. John Arnold (1736–1799) war einer der bedeutendsten Uhrmacher seiner Zeit – ein Zeitgenosse und enger Freund von Abraham-Louis Breguet, der gemeinsam mit ihm die Grundlagen der modernen mechanischen Uhr legte. Seine bedeutendste Leistung war die Lösung des Längengrad-Problems: Mit seinen miniaturisierten Präzisions-Taschenchronometern und Marinechronometern ermöglichte er der Royal Navy zuverlässige astronomische Ortsbestimmung auf See – seine Instrumente wurden auf Kapitän James Cooks Südseereisen mitgeführt.

Sein Sohn John Roger Arnold setzte das Werk nach dem Tod des Vaters 1799 fort und wurde Hauptlieferant der Royal Navy für Marinechronometer. Nach John Rogers Tod übernahm Charles Frodsham die Manufaktur, bevor der Name für mehr als ein Jahrhundert aus dem aktiven Uhrmacherbetrieb verschwand. Die Wiederbelebung erfolgte 1995: Fortan als moderne Schweizer Manufaktur, die das englische Erbe als inhaltlichen Leitfaden nutzt.

Dieser Bezug ist bei Arnold & Son kein bloßes Marketing. Das fliegende Tourbillon der „Ultrathin Tourbillon“ trägt im Käfig zwei direkte Hommagen: Der dreieckige Käfig erinnert an den Sextanten, das Navigationsinstrument, für dessen Verbreitung durch genaue Marinechronometer John Arnold wesentlich mitverantwortlich war. Das ankerförmige Gegengewicht verweist auf die maritimen Embleme, die Arnold für seine eigenen Taschenuhren verwendete. Und die gravierte Rückseite der Tourbillonbrücke aus 3N-Gelbgold trägt dieselben Pflanzenmotive, mit denen John Arnold die Unruhkloben seiner historischen Taschenuhren verzierte.

2,97 mm – nach wie vor Maßstab für Flachheit

Die „Ultrathin Tourbillon“ debütierte 2013 auf der Baselworld als flachste Tourbillon-Armbanduhr der Welt, angetrieben vom Kaliber A&S8200 mit 2,97 mm Werkhöhe. 2014 übernahm Bvlgari mit dem „Octo Finissimo Tourbillon“ (1,95 mm) zwar den Titel. Dennoch ist das A&S8300 – das überarbeitete Nachfolgekaliber, das 2022 eingeführt wurde – mit 2,97 mm bis heute eines der flachsten Tourbillonwerke auf dem Markt und die technische Grundlage aller aktuellen „Ultrathin Tourbillon“-Modelle.

Das Kaliber A&S8300 unterscheidet sich vom A&S8200 durch mehrere relevante Verbesserungen: Eine Unruh mit variabler Trägheit durch Trägheitsblöcke sorgt für eine stabilere Regulierung über die Zeit; der überarbeitete Tourbillonkäfig trägt die erwähnten symbolischen Formen; und die Gangreserve wurde durch Anpassungen an Tourbillonkäfig und Regulierorgan auf beeindruckende 100 Stunden erhöht – ein für ein so flaches Werk außergewöhnlicher Wert. Mit 32 mm Durchmesser und 29 Lagersteinen zeigt das Kaliber auf der Rückseite unter dem Saphirglasboden die vollständige Handwerkssprache der Haute Horlogerie: strahlenförmige Genfer Streifen auf den Brücken, Perlage auf der Platine, kreisförmig satinierte Räder, gebläute, anglierte und hochglanzpolierte Schrauben, dazu Schneckenschliff auf den Sperrrädern der beiden in Reihe geschalteten Federhäuser.

Erstmals satinierter Onyx in der Uhrmacherei

Das gestalterische Herzstück der Onyx Edition ist das Hauptzifferblatt aus einer präzise gefrästen und polierten Scheibe aus echtem Onyx. Der Onyx ist eine Achatvariante aus der Familie der Chalzedone und zeichnet sich durch seine intensive, tiefe Schwärze aus, die anders als lackierte oder PVD-beschichtete Oberflächen eine organische Tiefe und einen leichten Schimmer besitzt, der mit dem Betrachtungswinkel wechselt. Das Hilfszifferblatt für Stunden und Minuten – dezentriert, mit Römerziffer-Indizes und durchbrochenen Zeigern – ist ebenfalls aus Onyx.

Die uhrmacherische Weltpremiere liegt in der Oberflächenbehandlung: Während Onyx-Zifferblätter traditionell hochglanzpoliert sind, erhält das Hilfszifferblatt hier erstmals eine matte Satinfinissierung. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber in Wirklichkeit eine erhebliche handwerkliche Herausforderung: Stein lässt sich nicht wie Metall fräsen und polieren; die gezielte Satinierung von Onyx erfordert eigene Werkzeuge, spezifische Abtragsparameter und ein tiefes Wissen über das Materialverhalten des Steins.

Der Kontrast zwischen dem hochglanzpolierten Hauptzifferblatt und dem matt satinierten Hilfszifferblatt ist bewusst subtil – und genau das macht die Onyx Edition besonderer als ein reines Schwarz-auf-Schwarz-Konzept. Die große runde Öffnung bei 6 Uhr rahmt den fliegenden Tourbillonkäfig wie ein Bühnenausschnitt: gold auf Schwarz, Mechanik vor Stein.

Gehäuse, Armband, Verfügbarkeit

Das wannenförmige Gehäuse mit 41,5 mm Durchmesser und 8,4 mm Höhe (inklusive gewölbtem Saphirglas) ist in 18-Karat-5N-Rotgold (Ref. 1UTBR.Z02A.C1375R) oder Platin 950 (Ref. 1UTBX.Z03A.C1375C) erhältlich, jeweils limitiert auf acht Exemplare. Die schmale Lünette verstärkt den Eindruck des dominierenden Zifferblatts; die Schraubkrone liegt bündig am Gehäuse. Die Wasserdichtheit ist mit 30 Metern angegeben. Das schwarze, handgenähte Alligatorlederarmband mit Futter aus demselben Material trägt eine Titan-Faltschließe mit Klappe in Rotgold respektive Platin – ein durchdachtes Materialzitat, das die Gehäusesprache im Verschluss weiterführt.

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