Rolex
Zehn Farben, fünf Buchstaben – ein absoluter Blickfang
Mit der neuen „Oyster Perpetual 36“ greift Rolex ein grafisches Motiv auf, das die Marke in den späten 1970er Jahren eingeführt und über Jahrzehnte sporadisch reaktiviert hat: das Jubilee-Motiv. Im soeben vorgestellten Modell kommt es in seiner wohl farbenfreudigsten und handwerklich anspruchsvollsten Interpretation bisher – zehn Lackfarben, einzeln aufgetragen, die zusammen die Buchstaben R-O-L-E-X über das gesamte Zifferblatt verteilen.
Das Jubilee-Motiv ist dabei kein neues Rolex-Konzept, aber es wurde bislang selten so prominent eingesetzt wie hier. Als bekannteste Interpretation gilt die Zifferblatt-Gravur bei der Datejust anlässlich ihres 40. Jahrestags 1985 – ein eher dezentes, metallisch-einfarbiges Muster, das das Datumsfenster in eine strukturierte Gesamtkomposition einbettete.
Rolex produziert selten Uhren, die sich so offen zu Farbe und Verspieltheit bekennen wie die diesjährige „Oyster Perpetual 36“. Die Linie ist aber seit 2020 der Ort, an dem Rolex diese Freiheiten erprobt: Die Candy-Pink- und Türkis-Versionen jenes Jahres haben Wartelisten erzeugt und sind auf dem Sekundärmarkt merklich über Listenpreis gehandelt worden. Mit der „Celebration Dial“, die 2023 ebenfalls in der Oyster-Perpetual-Linie vorgestellt und 2025 wieder eingestellt wurde, zeigte die Marke zuletzt, dass sie Farbe auch humorvoll-spielerisch einzusetzen weiß.
Als weitere Inspirationsquelle für die Farbsprache der neuen „Oyster Perpetual 36“ gelten aber auch die berühmten Stella-Zifferblätter, die Rolex Ende der 1970er-Jahre einführte: glasur-lackierte Zifferblätter für die „Day-Date“ in Farben wie Türkis, Korallrot, Kanariengelb oder Lila, produziert mit Lacken der Genfer Firma Stella SA, die dem Modell seinen Spitznamen gaben. Damals zögerten viele Käufer angesichts der ungewohnten Farbigkeit; heute werden Stella-Zifferblätter bei Auktionen für fünf- bis sechsstellige Summen gehandelt. Die neue „Oyster Perpetual 36“ ist unlimitiert erhältlich – das Bewusstsein für die Seltenheit solcher Momente in der Rolex-Geschichte dürfte aber die Nachfrage beflügeln.
Eine handwerkliche Herausforderung
Das neue Jubilee-Motiv der Oyster Perpetual 36 ist dabei keine einfache Drucksache. Das Zifferblatt zeigt die fünf Buchstaben des Rolex-Namens als fröhlich-raffinierte Gesamtkomposition, deren Kontrast aus nicht weniger als zehn verschiedenen Lackfarben entsteht – und jede dieser Farben wird separat im Tampondruck aufgebracht. Das bedeutet: zehn Druckvorgänge, jedes Mal mit exakter Positionierung, um sicherzustellen, dass alle Formen und Buchstaben des Motivs perfekt aneinanderpassen.
Das Ergebnis ist ein Zifferblatt, das je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel zwischen verspielt-bunt und geometrisch-präzise pendelt. Rolex selbst beschreibt die Ausführung als „eine wahrhaft meisterhafte Leistung bei der Gestaltung“ – und das ist keine Übertreibung. Das unaufgeregte, gebürstete Oystersteel-Gehäuse und -Armband bilden zudem eine angenehm neutrale Bühne, auf der das Zifferblatt vollständig ins Rampenlicht treten kann.
Mit der Erfahrung von 100 Jahren
Die neue „Oyster Perpetual 36“ gehört zu den Jubiläumsmodellen, mit denen Rolex dieses Jahr 100 Jahre „Oyster“ feiert. Entsprechend ist das Oyster-Gehäuse der neuen Uhr aus Oystersteel gefertigt – der hauseigenen Rolex-Legierung des 904L-Edelstahls, die Rolex ausschließlich intern produziert und die Korrosionseigenschaften bietet, die sonst Edelmetallen vorbehalten sind. Die weiteren Werte: 36 mm Durchmesser, 11,6 mm Höhe, doppelt AR-beschichtetes Saphirglas, Twinlock-Schraubkrone mit doppeltem Dichtsystem, verschraubter Gehäuseboden – Wasserdichtheit 100 Meter.
Die Lünette ist schlicht und gewölbt, ohne Verzierung – das Prinzip der Oyster-Perpetual-Linie seit ihren Anfängen: kein Datum, keine Komplikation, keine ablenkende Lünettengravur. Die Uhr zeigt Stunden, Minuten und Sekunden mit aufgesetzten Weißgold-Indizes.
Das Oyster-Armband aus gebürstetem Oystersteel, das alle Modelle der Oyster-Perpetual-Linie ziert, ist in seiner aktuellen Form mit Oysterclasp und Easylink-Komfortglied ausgestattet. Das Easylink-System erlaubt eine stufenlose Verlängerung um bis zu 5 mm – ein praktisches Detail für Jahreszeiten- oder Temperaturwechsel, das ohne Werkzeug zu bedienen ist. Das gebürstete Finish des Armbands verstärkt den Kontrast zwischen dem ruhigen Metallrahmen und dem farbenprächtigen Zifferblatt.
Kaliber 3230: 2026 neu zertifiziert
Das Kaliber 3230 der Uhr ist das aktuelle Standardwerk der Oyster-Perpetual-Linie: vollständig im eigenen Haus entwickelt und gefertigt, Automatikaufzug via Perpetual-Rotor, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz), 31 Lagersteine, 70 Stunden Gangreserve. Die technischen Besonderheiten: die patentierte Chronergy-Hemmung aus Nickel-Phosphor, die magnetfeldresistent und hocheffizient ist; die blaue Parachrom-Spiralfeder aus einer paramagnetischen Legierung, die Temperaturschwankungen und Stöße besser absorbiert als Standardspiralen; und der Rolex-Übergang (Overcoil), der die Lagereigenschaft des Werks in jeder Armhaltung verbessert.
Seit neuestem trägt das Kaliber 3230 erstmals die erweiterte Superlative-Chronometer-Zertifizierung: Zu den bisherigen vier Prüfkriterien – Ganggenauigkeit (±2 Sekunden/Tag), Wasserdichtheit, Automatikaufzug und Gangreserve – kommen drei neue: Magnetfeldresistenz, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Diese neuen Kriterien werden bereits während des Fertigungs- und Entwicklungsprozesses kontrolliert, nicht erst am fertig montierten Werk. Das grüne Siegel, das jeder Rolex beiliegt, bestätigt sämtliche sieben Kriterien und gilt als Nachweis für eine internationale Fünfjahresgarantie.
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