Rolex

Das Fundament des Erfolgs

1926 patentierte Hans Wilsdorf das erste vollständig wasserdichte Armbanduhrgehäuse der Welt und nannte es schlicht „Oyster“. Hundert Jahre später ist dieses Prinzip der Ausgangspunkt für alles, was Rolex zur Watches & Wonders 2026 vorstellt: Upgedatete Modelle, eine überarbeitete Superlative-Chronometer-Zertifizierung und eine komplett neu konstruierte Yacht-Master II.

14. Apr. 2026 Mathias Menzel
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Mitte der 1920er-Jahre galten Armbanduhren als modisches Accessoire, aber noch nicht als ernstzunehmende Zeitmesser – Staub, Feuchtigkeit und mechanische Erschütterungen setzten den Werken zu. Taschenuhren dominierten. Hans Wilsdorf, der Rolex-Gründer, sah das Problem als lösbar an: Die Aufzugskrone, der Gehäuseboden und die Lünette mussten nicht nur aufgeschraubt, sondern hermetisch gegeneinander abgedichtet werden, so seine Überzeugung.

Es entstand ein dreiteiliges Gehäuse mit Schraubkrone, das 1926 patentiert wurde. Den öffentlichen Beweis der Wasserdichtigkeit lieferte Rolex ein Jahr später auf eindrucksvolle Weise: Die Engländerin Mercedes Gleitze schwamm im Oktober 1927 durch den Ärmelkanal – mit einer Oyster am Handgelenk. Danach war die Uhr unverändert ganggenau. Rolex kaufte die Titelseite der Daily Mail und machte den Schwimm-Test zur Werbebotschaft.

Diesen fundamentalen Baustein – Wasserdichtheit, Robustheit, Zuverlässigkeit – trägt seither jede Oyster noch in sich, von der Oyster Perpetual bis zur Daytona. Klar, dass Rolex das 100. Jubiläum der Oyster in diesem Jahr nutzt, um der Welt die Geschichte nochmals zu erzählen und um neue Facetten zu ergänzen.

Das Herzstück des Jubiläums: Oyster Perpetual 41 „100 Years“

Das Jubiläumsmodell ist die neue Oyster Perpetual 41 in der Version Rolesor Gelb – Edelstahl Oystersteel kombiniert mit Gelbgold-Elementen an Lünette und Krone. Die Materialkombination erinnert bewusst an die ersten Oyster-Armbanduhren der späten 1920er-Jahre, die ebenfalls oft mit Golddetails versehen waren.

Die Jubiläumsmerkmale sind diskret, aber eindeutig: Die Aufzugskrone trägt die eingravierten Ziffern „100“, auf dem schiefergrauen Zifferblatt erscheint an der 6-Uhr-Position „100 years“ anstelle der üblichen Aufschrift „Swiss Made“. Und das Rolex-Logo sowie die kleinen Quadrate der Minuterie sind in der Markenfarbe Grün aufgebracht.

Als Werk dient das seit 2021 bewährte Kaliber 3230 mit Chronergy-Hemmung, paramagnetischer Parachrom-Spiralfeder, Gyromax-Unruh und 70 Stunden Gangreserve, das von Rolex selbst als „Superlative Chronometer“ zertifiziert ist (und diese Zertifizierung wurde neuerdings um drei neue Bewertungskriterien ergänzt: Unempfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit (siehe Kasten unten)).

Die Oyster Perpetual 36 erscheint mit einem zehnfarbigen Jubilee-Zifferblatt.

Die Oyster Perpetual 34 in Everose-Gold mit blauem Zifferblatt.

Die Oyster Perpetual 28 in 18-Karat-Gelbgold mit Zifferblatt aus Grünstein.

Die weiteren Oyster-Perpetual-Neuheiten: Farbe, Gold, Stein

Rolex ergänzt die Oyster-Perpetual-Familie 2026 mit drei weiteren Varianten in sehr unterschiedlichen Stilen:

Die Oyster Perpetual 36 trägt ein zehnfarbiges Jubilee-Zifferblatt, auf dem die Buchstaben des Markennamens „Rolex“ fröhlich-verspielt über das Zifferblatt verteilt sind. Jede Farbe wurde dabei einzeln aufgetragen, eine handwerklich aufwendige Zehnfarben-Druckarbeit. Das ist zugleich eine Reminiszenz an die legendären „Stella“-Emailzifferblätter der 1970er-Jahre, für die Rolex-Sammler seither fünf- und sechsstelligen Auktionspreise zahlen.

Die Oyster Perpetual 28 in 18-Karat-Gelbgold und die Oyster Perpetual 34 in Everose-Gold setzen auf ein anderes Argument: Steinindizes an den 3-, 6- und 9-Uhr-Positionen – eine Neuheit in dieser Modelllinie. Die 28-mm-Version erscheint in Grünstein (Green stone), die 34-mm in Blaustein (Blue stone), beide mit satiniertem Goldarmband. Für die Linie, die traditionell in Oystersteel angeboten wird, sind das ungewöhnlich edle Materialien.

Yacht-Master II, komplett neu gedacht

Die wirkliche Modell-Neuheit des Rolex-Jahres 2026 ist die zweite Generation der Yacht-Master II – ein Regatta-Chronograph, der nach einer längeren Abwesenheit vollständig neu konstruiert zurückkommt. Das neue Kaliber 4162 ist ein komplett neues Automatikwerk mit Säulenrad, Vertikalkupplung, 4 Hz und 72 Stunden Gangreserve – gebaut auf Basis des Kalibers 4161, aber mit vollständig überarbeitetem 10-Minuten-Countdown-Mechanismus. Er wird jetzt ausschließlich über den unteren Drücker bedient (statt über Krone und Drücker), und die Countdown-Minuten- und Sekundenzeiger drehen sich gegen den Uhrzeigersinn – so ist die verbleibende Zeit auf Anhieb ablesbar.

Die Lünette mit Cerachrom-Zahlenscheibe ist in beiden Richtungen drehbar und ermöglicht das Ablesen eines zusätzlichen Zeitintervalls. Das weiß matt lackierte Zifferblatt mit großen Stabindexen verleiht dem Modell eine sehr gute Lesbarkeit. Die Yacht-Master II erscheint in Oystersteel (Ref. 126680) und 18-Karat-Gelbgold (Ref. 126688), jeweils in 44 mm Durchmesser und bis 100 Meter wasserdicht.

Datejust 41, Day-Date in Jubilee-Gold und Daytona Rolesium

Drei weitere Modelle ergänzen die Rolex-Palette 2026 mit Material- und Farbnovitäten:

Die Datejust 41 in Rolesor weiß erhält ein Ombré-Zifferblatt in Grün – ein sattes Farbverlauf-Zifferblatt, das an einem der charakteristischsten Markenattribute Rolex‘ festhält. Das Zusammenspiel von geriffelter Lünette, Grün, Edelstahl und Weißgold ergibt laut Rolex eine Konfiguration, die sich wie eine „Selbstverständlichkeit“ anfühlt.

Bei der Day-Date 40 führt Rolex eine neue, hauseigene Goldlegierung ein: Jubilee Gold, ein dreifarbig-changierendes Material zwischen zartem Gelb, warmem Grau und sanftem Rosa. Rolex kombiniert die neue Legierung mit einem hellgrünen Aventurin-Zifferblatt.

Den stärksten handwerklichen Akzent des Jahrgangs setzt der neue Cosmograph Daytona in der Version Rolesium (Ref. 126502): Ein Zifferblatt aus Grand-Feu-Email – Emaillierung bei Hochtemperatur, eines der aufwendigsten Herstellungsverfahren in der Uhrmacherei – kombiniert mit einer Cerachrom-Lünette aus einer neuartigen, mit Wolframkarbid angereicherten Keramik, die metallisch-anthrazitfarben wirkt und sich deutlich von den typisch schwarzen oder blauen Keramiklünetten absetzt. Das Gehäuse ist aus Oystersteel, die Platinakzente beschränken sich auf den Ring am Saphirglasboden.

Neue Superlative-Chronometer-Zertifizierung: Sieben Säulen

Ab 2026 erweitert Rolex die Zertifizierung um drei zusätzliche Kriterien – Magnetfeldresistenz, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit –, die zu den seit 2015 etablierten vier Parametern Ganggenauigkeit, Wasserdichtheit, automatischer Aufzug und Gangreserve hinzukommen. Das macht die Superlative-Chronometer-Zertifizierung zu einem Sieben-Säulen-System, das unabhängig kontrolliert und mit dem bekannten grünen Siegel bestätigt wird.

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