Alpina

Radikale Verjüngung mit historischer Verankerung

Alpina stellt die Startimer-Kollektion neu auf: neues Gehäuse, neue Proportionen, neues Werk und vier neue Zifferblatt-Varianten.

14. Apr. 2026 Jan Kuhlmann
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Die Startimer-Kollektion debütierte 2011 als bewusster Rückgriff auf Alpinas Pilotenuhren der Zwischenkriegszeit – jenen Instrumenten, die damals von Luftwaffen auf dem Kontinent benötigt wurden und die strenge Anforderungen an Ablesbarkeit, Stoßfestigkeit und Antimagnetismus erfüllen mussten. Fünfzehn Jahre nach diesem Relaunch erscheinen zur Watches & Wonders 2026 nun vier neue Dreizeiger-Modelle, die sehr vieles anders machen als die Generationen zuvor und damit weit über eine übliche „Modellpflege“ hinausgehen. Alpina selbst spricht von einer „Wiedergeburt“.

So wurde das 40-mm-Gehäuse vollständig neu konstruiert: Seine Proportionen sind nun kompakter und seine Höhe wurde um knapp zehn Prozent reduziert. Laut Hersteller soll es dennoch eine stärkere Präsenz am Handgelenk zeigen. Die Finissage folgt einem differenzierten Programm: kreisförmig satinierte Lünette, vertikal satinierter Mittelteil, spiegelpolierte Fasen an Lünette, Mittelteil und zwischen den Bandanstößen. Die neue Fliegerkrone mit Rillung ist auf Bedienung mit Handschuhen ausgelegt – ein Referenz an die ursprüngliche Anforderung militärischer Pilotenzeitmesser. Die Wasserdichtheit liegt unverändert 10 bar.

La Joux-Perret G100: Modernes Werk mit erweiterter Gangreserve

Als Antrieb wählt Alpina das Kaliber G100 von La Joux-Perret, einem der renommiertesten Schweizer Werkehersteller mit Sitz in La Chaux-de-Fonds. Das Automatikwerk läuft mit 4 Hz, also 28.800 Halbschwingungen/Stunde, bietet eine Gangreserve von 68 Stunden und nutzt einen Rotor aus massivem Wolfram – einem Material, das mit seiner hohen Dichte eine deutlich effizientere Aufzugseffizienz bei geringem Schwingungsaufwand ergibt als herkömmliche Stahlrotoren. Die 68-Stunden-Reserve liegt dadurch spürbar über dem Branchen-Durchschnitt vergleichbarer Werke, die typischerweise 38 bis 42 Stunden erreichen.

Der Gehäuseboden ist aus Stahl und trägt im Hydraulikprägeverfahren ein Aviationsmotiv im Art-déco-Stil – eine Referenz an die Ästhetik der frühen Alpina-Pilotenuhren der 1920er- und 1930er-Jahre.

Vier Zifferblätter, drei Farben, zwei Charaktere

Die Neukonzeption des Zifferblatts betrifft gleich mehrere Ebenen: eine neue samtartige, gekörnte Oberflächentextur im Zentrum, ein gestufter Minutenring mit weißem Minutenkreis am Rand, überarbeitete arabische Ziffern aus einem einzigen Block Leuchtmasse – aufgesetzt wie auch die Alpina-Signatur bei 12 Uhr und die Stundenindizes. Je nach Modell leuchten nach der Dunkeladaptation unterschiedliche Töne: altes Radiumweiß, Blaugrün oder Grün.

Die vier Ausführungen verteilen sich auf drei Zifferblattfarben – Schwarz, Khaki und Petrolblau – mit zwei eigenständigen Charakteren beim schwarzen Modell: Die Vintage-Variante kommt mit komplett schwarz PVD-beschichtetem Gehäuse, beigefarbenen Indizes und Zeigermitteln sowie einem NATO-Armband aus beigem Leder mit ebenfalls PVD-behandelten Stahlschlaufen – ein Verweis auf die „gun metal“-Stahltaschenuhren des vergangenen Jahrhunderts.

Die sportlichere zweite Schwarzvariante trägt weiße Indizes, ein Cordura-Gewebearmband mit roter Naht und eine neu gestaltete Startimer-Wortmarke, bei der der horizontale Balken des „A“ entfällt – eine typografische Anspielung auf das Alpina-Dreieck, das die Alpenspitzen symbolisiert. Die Khaki- und Petrolblau-Versionen kommen mit Lederarmbändern in Brauntönen.

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