Aktuelle Umfrage des ifo Instituts

Weniger Fachkräftemangel in Sicht

Laut ifo Institut entspannt sich die Lage am Arbeitsmarkt leicht. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen.

18. Feb. 2026 Christian Lücke
Kommentare (0) Link kopieren

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn 2026 etwas abgeschwächt. Wie das ifo Institut mitteilte, berichten aktuell 22,7 Prozent der befragten Unternehmen von fehlenden qualifizierten Arbeitskräften. Im Oktober lag dieser Wert noch bei 25,8 Prozent. Damit erreicht der Anteil laut ifo Institut den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

„Eine Rolle spielt weiterhin die schwache konjunkturelle Entwicklung“, erklärt Klaus Wohlrabe vom Institut in der Pressemitteilung. „Gleichzeitig verändert der technologische Wandel, vor allem die künstliche Intelligenz, zunehmend den Arbeitsmarkt.“

Dienstleister und Bau weiter stark betroffen

Besonders deutlich ging der Fachkräftemangel im Bereich Transport und Logistik zurück: Hier sank der Anteil der betroffenen Unternehmen von 42,7 auf 30,6 Prozent. Insgesamt klagt rund jeder vierte Dienstleister über fehlendes Personal. Überdurchschnittlich betroffen bleiben Rechts- und Steuerberater (58,4 Prozent) sowie Leiharbeitsfirmen (56,6 Prozent).

In der Industrie meldeten 16,6 Prozent der Unternehmen einen Fachkräftemangel, ein halber Prozentpunkt weniger als im Herbst. Im Automobilsektor sowie bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen liegt der Anteil jeweils knapp unter 10 Prozent, im Maschinenbau bei rund 19 Prozent.

Auch im Handel hat sich die Situation leicht entspannt: 18 Prozent der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. Im Einzelhandel sind es 21,6 Prozent, im Großhandel 16,2 Prozent. Das Bauhauptgewerbe bleibt hingegen stark belastet: Hier geben weiterhin 30,4 Prozent der Unternehmen an, nicht ausreichend qualifiziertes Personal zu finden.

Strukturelle Aufgaben bleiben

Trotz der aktuellen Entspannung warnt das ifo Institut vor voreiligen Schlüssen. „Der Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben“, betont Wohlrabe. Die Alterung der Bevölkerung treffe auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel mit spürbaren Folgen für Qualifikationsanforderungen und Berufsprofile.

Keine Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

3 Monate nur 27€ 3€
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer