Sinn Spezialuhren
Premiere in Genf: Sinn debütiert mit gleich vier Neuheiten
Die Teilnahme an der Watches & Wonders ist keine Selbstverständlichkeit – Aussteller müssen von einem Komitee zugelassen werden und stehen damit in einer Reihe mit Rolex, Patek Philippe oder – erstmals wieder – Audemars Piguet. Für Sinn, eine Marke, die konsequent auf technische Funktion statt auf Prestige-Marketing setzt, ist die Aufnahme ein Signal, das über die eigene Stammklientel hinausreicht. „Wir sind überzeugt, dass unsere Zeitmesser sowohl Fachleute als auch Uhrenbegeisterte gleichermaßen begeistern werden“, erklärte Inhaber Lothar Schmidt anlässlich der Ankündigung.
Dem Genfer Publikum präsentiert Sinn dieses Jahr vier Neuheiten, die mit der Marke nicht ganz so vertrauten Besuchern einen guten Überblick geben, was Sinn ausmacht: Uhren, die sich über ihre Funktion definieren und überzeugende technische Lösungen bieten. Im Umfeld einer Messe, auf der Haute-Horlogerie-Komplikationen für fünf- und sechsstellige Beträge dominieren, ist das durchaus gewagt, aber auch eine Lücke, die Sinn hier wohl für sich gesehen hat.
Die Genfer Neuheiten von Sinn im Überblick:
308 Jagduhr: Mondlicht als Komplikation
Das konzeptionell eigenständigste Modell der vier Genfer Neuheiten ist die 308 Jagduhr. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Mondlichtanzeige bei 6 Uhr – eine Funktion, die nicht die Mondphase im kalendarischen Sinne anzeigt, sondern die Helligkeit des verfügbaren Mondlichts; also jenen Schwellenwert, ab dem natürliches Umgebungslicht für Orientierung und Zielerkennung ausreicht, ohne auf künstliche Lichtquellen angewiesen zu sein. Diese Anforderung ist charakteristisch für die Ansitzjagd, wo das Aktivieren einer Taschenlampe Wild verschrecken würde.
Sowohl die Mondlichtanzeige als auch Indizes und Zeiger sind mit hybridkeramischen Nachleuchtelementen ausgestattet: Anders als bei herkömmlichem Superluminova-Auftrag werden die Leuchtpigmente direkt in ein keramisches Formteil integriert, was eine deutlich höhere Leuchtmittelkonzentration und damit stärkere Nachleuchtwirkung ergibt.
Das 40-mm-Gehäuse aus satiniertem Edelstahl ist mit der Sinn-eigenen Ar-Trockenhaltetechnik ausgestattet, die das Innere mit trockenem Argon befüllt und so Kondensation und Beschlagbildung auch bei extremen Temperaturschwankungen verhindert. Die Uhr ist druckfest bis 20 bar und unterdrucksicher. Im Inneren arbeitet das Automatikwerk SW 382-1 mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde.
544 und 544 RS: Dreizeiger-Neuheit in zwei Varianten
Mit der 544 und der 544 RS führt Sinn eine neue Dreizeigeruhr in die Kollektion ein, die formal an die Modellnummern 144 und 244 anknüpft und deren Gestaltungsvokabular in eine bewusst reduzierte Form überträgt. Das 38,5-mm-Gehäuse aus perlgestrahltem Edelstahl ist mit 10 mm Bauhöhe ausgesprochen flach und bis 20 bar druckfest. Die Krone sitzt bei 4 Uhr, um Druckpunkte am Handrücken zu vermeiden – ein Detail, das Sinn seit Jahrzehnten bei Pilotenuhren anwendet. Das Automatikwerk SW 200-2 liefert mindestens 60 Stunden Gangreserve.
Der einzige, aber prägnante Unterschied zwischen der 544 und der 544 RS liegt beim Sekundenzeiger: Die 544 trägt einen weißen, die 544 RS einen roten Sekundenzeiger mit Tagesleuchtfarbe. Beide Modelle sind identisch bepreist.
936 S: Limitierter Manufakturchronograph mit 60er-Minutenteilung
Den technisch anspruchsvollsten Auftritt hat die auf 100 Stück limitierte 936 S. Sie trägt das hauseigene Chronographenwerk SZ05 mit einer ungewöhnlichen Minutenanzeige: Statt der üblichen 30er-Teilung nutzt der Totalisator bei 3 Uhr eine vollständige 60-Minuten-Skala, was das Ablesen gestoppter Zeiten ohne Rechenaufwand ermöglicht. Die laufende Sekunde sitzt bei 9 Uhr.
Das 43-mm-Gehäuse ist schwarz hartstoffbeschichtet auf tegimentiertem Untergrund – Tegimentierung bezeichnet bei Sinn eine Diffusionshärtung der Stahloberfläche, bei der Kohlenstoff oder Stickstoff in den Randbereich eingebracht wird, was die Vickers-Härte deutlich erhöht und Kratzerbildung reduziert, ohne die Zähigkeit des Kernmaterials zu beeinträchtigen. Ergänzt wird die Ausstattung durch Magnetfeldschutz bis 100 mT (80.000 A/m) und das D3-Drückersystem, das ein versehentliches Betätigen der Chronographenpusher verhindert.
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