Positive Halbjahresbilanz
Platinförderung 2026: Südafrika holt auf
Bild: shutterstock / La Terase
Südafrikas Minen haben ihre Förderung von Platingruppenmetallen (PGM) im ersten Halbjahr 2026 kräftig gesteigert. Nach Angaben von Statistics South Africa lag die Produktion rund zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau. Für den Platinmarkt bedeutet dies jedoch keine neue Wachstumsphase: Ein erheblicher Teil des Plus ist auf die Normalisierung nach den wetterbedingten Produktionsausfällen von 2025 zurückzuführen, ordnen die Analysten von Heraeus ein.
Das zeige auch der Vergleich mit 2024. Gegenüber dem ersten Halbjahr jenes Jahres lag die Förderung lediglich rund 1,5 Prozent höher. Besonders deutlich wird der Basiseffekt bei den Monatszahlen: Im Februar 2026 stieg die Produktion gegenüber dem Vorjahresmonat um 52,3 Prozent, im April um 36,8 Prozent. Beide Vergleichsmonate waren 2025 stark von Regenfällen beeinträchtigt worden. Im Mai und Juni 2026 ging die Produktion dagegen bereits um 4,3 beziehungsweise 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
Valterra profitiert von Normalisierung
Besonders anschaulich zeigt sich die Erholung beim Bergbauunternehmen Valterra. Die Produktion von 6E-PGM im Konzentrat erhöhte sich im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 1,52 Millionen Unzen. Die Förderung aus eigenen Minen stieg um neun Prozent auf 1,01 Millionen Unzen; die eigene Platinproduktion legte um zwölf Prozent auf 462.000 Unzen zu.
Treiber war vor allem das Bergwerk Amandelbult in der Provinz Limpopo. Nachdem Überschwemmungen den Betrieb dort im ersten Halbjahr 2025 erheblich beeinträchtigt hatten, erhöhte sich die PGM-Produktion nun um 76 Prozent. Die Platinförderung wuchs um 74 Prozent auf 138.000 Unzen. In Mogalakwena sank die Platinproduktion dagegen um drei Prozent.
Valterra hält an seiner Prognose für 2026 fest: Erwartet werden 3,0 bis 3,4 Millionen Unzen 6E-PGM im Konzentrat, davon 2,1 bis 2,3 Millionen Unzen aus eigenen Minen. Die Förderung soll stärker auf die zweite Jahreshälfte entfallen.
Andere Produzenten wachsen moderater
Bei weiteren südafrikanischen Produzenten fällt das Wachstum weniger ausgeprägt aus. Impala Rustenburg produzierte in den zwölf Monaten bis Ende Juni 1,74 Millionen Unzen 6E und damit vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die gesamte Gruppenproduktion von Implats blieb mit 3,50 Millionen Unzen 6E dagegen weitgehend stabil. Die Brutto-Produktion von raffiniertem und verkaufsfähigem Platin erhöhte sich um fünf Prozent auf 1,68 Millionen Unzen, berichtet Heraeus.
Northam steigerte die Produktion der selbst betriebenen Minen im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von 939.000 Unzen 4E und übertraf damit die eigene Prognose. Wesentlicher Wachstumstreiber war der Hochlauf von Eland.
Sibanye-Stillwater hatte zum Zeitpunkt der zugrunde liegenden Analyse noch keine Produktionszahlen für das gesamte erste Halbjahr vorgelegt. Im ersten Quartal war das südafrikanische PGM-Angebot des Unternehmens um zwei Prozent gestiegen. Die Prognose für 2026 blieb bei 1,65 bis 1,75 Millionen Unzen 4E.
Weltweite Platinförderung bleibt flach
Für den Platinmarkt ist entscheidend, dass die südafrikanische Erholung nicht automatisch zu einem größeren globalen Minenangebot führt. In der zweiten Jahreshälfte werden die günstigen Vergleichseffekte aus den wetterbedingten Ausfällen von 2025 zunehmend wegfallen. Zudem könnten geplante Wartungsarbeiten in der Verarbeitung dazu führen, dass das Angebot an raffiniertem Metall im dritten Quartal schwächer ausfällt, als es die reine Minenproduktion vermuten lässt.
Auch außerhalb Südafrikas gibt es Gegenwind. Der russische Bergbaukonzern Nornickel rechnet laut Heraeus aufgrund der Verarbeitung niedriggradiger Erze mit einer geringeren PGM-Produktion. Das zusätzliche Angebot aus Südafrika dürfte damit Rückgänge in anderen Förderregionen weitgehend ausgleichen, statt die weltweite Versorgung spürbar zu erhöhen.
Für 2026 wird die globale Platinminenproduktion deshalb weiterhin bei rund 5,2 Millionen Unzen und damit auf einem weitgehend stabilen Niveau erwartet. Mittelfristiges Wachstum in Südafrika dürfte vor allem aus bereits bestehenden Projekten und Erweiterungen bestehender Minen kommen. Gleichzeitig wird die rückläufige Förderung alternder Lagerstätten einen Teil dieser zusätzlichen Mengen kompensieren.
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