Zinserwartungen stützen Goldpreis
Goldpreis steigt wieder über 4.300 Dollar
Bild: shutterstock / bim purbayus
Der Goldpreis hat sich zuletzt deutlich nach oben bewegt. Innerhalb einer Woche legte das Edelmetall um mehr als sieben Prozent zu und beendete den Handel bei über 4.300 US-Dollar je Feinunze. Damit brach der Preis aus der Handelsspanne aus, in der er sich seit Mitte Juni bewegt hatte. Es war zugleich die stärkste Woche für Gold seit Januar, schreiben die Analysten von Heraeus. Auch Silber zog kräftig an und verbuchte mit einem Plus von mehr als zehn Prozent ebenfalls die beste Woche seit Januar.
Für Bewegung an den Edelmetallmärkten sorgten unter anderem neue Hoffnungen auf einen Deal zwischen den USA und Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Aussicht darauf ließ den Ölpreis sinken. Der Preis für die international wichtige Nordsee-Ölsorte Brent fiel zuletzt auf unter 85 US-Dollar je Barrel. Vor zwei Wochen hatte der Preis noch die Marke von 100 Dollar erreicht.
Zinserwartungen stützen Goldpreis
Die Entwicklung am Ölmarkt beeinflusst zugleich die Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik. Noch am 23. Juli lag die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed um mindestens 25 Basispunkte bei der Sitzung im September bei mehr als 80 Prozent. Bis zum 6. August sank sie nach Daten der CME Group auf rund 55 Prozent, schreibt Heraeus.
Sollte die Straße von Hormus wieder geöffnet werden und der Ölpreis weiter fallen, könnte dies den Preisdruck auf die Verbraucher verringern. Damit würde auch die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung abnehmen. Niedrigere reale Zinserwartungen können wiederum Gold attraktiver machen, da das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen abwirft.
Zentralbanken kaufen mehr Gold
Unterstützung erhält der Goldmarkt weiterhin von den Zentralbanken. Ihre gemeldeten Goldreserven erhöhten sich im Juni netto um 51 Tonnen, wie Zahlen des World Gold Council zeigen. Im Mai waren es 41 Tonnen gewesen. Der Zwölfmonatsdurchschnitt liegt bei lediglich 27 Tonnen.
Zu den größten Käufern gehörten im Juni Polen mit 19 Tonnen und China mit 15 Tonnen. Usbekistan erhöhte seine Reserven um neun Tonnen, Kasachstan und Singapur jeweils um sieben Tonnen. Auch Jordanien und Tschechien stockten ihre Bestände auf.
Auf der Verkäuferseite standen dagegen Russland und die Türkei. Russland reduzierte seine Bestände netto um neun Tonnen, die Türkei um zwei Tonnen. Unter dem Strich erhöhten die Zentralbanken ihre gemeldeten Goldbestände im ersten Halbjahr 2026 um 102 Tonnen. Die Käufe anderer Notenbanken waren damit so hoch, dass sie die Verkäufe Russlands und der Türkei von zusammen 127 Tonnen mehr als ausglichen. Die Nachfrage des offiziellen Sektors bleibt damit ein wichtiger Faktor für den Goldmarkt.
Goldförderung von AngloGold Ashanti rückläufig
Auf der Angebotsseite meldete der Bergbaukonzern AngloGold Ashanti für das zweite Quartal 2026 eine Goldproduktion von 744.000 Unzen. Das waren 7,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, gegenüber dem ersten Quartal stieg die Förderung allerdings um 2,8 Prozent.
Im ersten Halbjahr produzierte das Unternehmen 1,47 Millionen Unzen und damit 3,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. An seiner Prognose für das Gesamtjahr von 2,80 bis 3,17 Millionen Unzen hält AngloGold Ashanti fest.
Entscheidend für den Verlauf sind drei wichtige Faktoren
Für die Schmuckbranche bleibt die weitere Entwicklung des Goldpreises damit von mehreren Faktoren abhängig: Neben geopolitischen Entwicklungen und der amerikanischen Geldpolitik sorgt insbesondere die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken für Unterstützung am Markt.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.