U-Boat

Die mechanische Uhr, die man aus- und einschalten kann

U-Boat stellt mit dem „Classico Polarized Dark Mistery“ ein Konzept vor, das in der Uhrmacherei bislang in dieser Form nicht realisiert wurde: Eine drehbare Lünette mit polarisierten Gläsern macht das Zifferblatt sichtbar oder unsichtbar.

15. Apr. 2026 Mathias Menzel
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U-Boat-Gründer Italo Fontana setzt auf hohen Wiedererkennungswert seiner Zeitmesser: große, wuchtige Uhren mit unverwechselbarer Identität und ungewöhnlichen technischen Merkmalen. Inspiriert von den Skizzen seines Urgroßvaters Ilvo Fontana, der 1942 im Auftrag der italienischen Marine robuste Fliegeruhren entworfen hatte, die jedoch nie in Serie gingen.

Italo entdeckte diese Entwürfe Jahrzehnte später, machte sie zur Keimzelle der Marke und baute daraus eine eigenständige Formensprache: die nach links versetzte, durch eine Kappe geschützte Krone, der siebenschrauben-versiegelte Gehäuseboden mit U-förmigem Saphirglasfenster, das beige Zifferblatt mit schwarzen Leuchtindizes.

Dazu ist U-Boat nie um konzeptionelle Provokation verlegen gewesen – erinnert sei an die „Darkmoon“ mit Ölfüllung, die „Capsoil“ mit Flüssigkeit-gelagerten Zifferblattebenen oder den „Classico“ mit Wolframlünette: U-Boat sucht konsequent nach Wegen, eine Uhr anders zu denken. Hier reiht sich der neue „Classico Polarized Dark Mistery“ nahtlos ein, aber er geht einen philosophisch interessanten Schritt weiter.

Denn Fontana stellt nicht die Frage, wie man eine Uhr besser oder anders ablesen kann – sondern ob man sie überhaupt ablesen will. „In einer Welt, die ständig nach Aufmerksamkeit verlangt, wird Dark Mistery zum seltenen Luxus: die Zeit einfach mal abzuschalten“, sagt er.

Polarisierte Linsen sorgen für Durchblick – oder völlige Dunkelheit

Das Herzstück des „Dark Mistery“ ist ein System aus zwei übereinanderliegenden polarisierten Gläsern. Polarisiertes Licht schwingt in einer definierten Ebene; wenn zwei Polarisationsfilter um 90 Grad zueinander verdreht sind, löschen sie sich gegenseitig nahezu vollständig aus – das dahinter liegende Zifferblatt verschwindet im Schwarz.

Dreht man die Lünette, verändert sich der Winkel zwischen den beiden Polarisationsschichten stufenlos: Das Zifferblatt taucht langsam aus dem Dunkel auf, erreicht bei optimaler Ausrichtung volle Sichtbarkeit und verschwindet mit einer weiteren Vierteldrehung wieder. Jedem, der möchte, gibt die Uhr darüber freimütig Auskunft: Die Inschrift „Rotative Bezel – Polarized Lens“ findet sich gleich zweimal auf der Lünette.

Wenn das Zifferblatt im vollen Polarisations-Durchlass erscheint, offenbart es eine dreistufige Beige-Konstruktion mit Stunden- und Minutenzeigern sowie Sekundenzeiger, alle mit schwarzem Super-LumiNova behandelt. Der Kontrast zwischen dem warmen Beige-Zifferblatt und der dunklen Leuchtbeschichtung ist eins der typischen Erkennungsmerkmale für U-Boat. Ein vierter Zeiger mit rotem Super-LumiNova sorgt für eine 24-Stunden-Anzeige.

Sehen Sie die Classico Polarized Dark Mistery in Aktion.

Das 47-mm-Classico-Gehäuse – imposant, aber durch die über Jahrzehnte ausgefeilte Proportionierung am Handgelenk weniger überwältigend als das Maß vermuten lässt – ist in zwei Versionen erhältlich: Erstens in satiniertem Edelstahl AISI 316L, der Standardausstattung des Classico. Die zweite, vollständig schwarz DLC-behandelte Variante, führt mit ihrer matten Gehäuseoberfläche die Idee des Verschwindens der Zeit auch visuell weiter: eine wuchtige Uhr, die im Dunkeln fast unsichtbar wird, wenn auch die Lünette verdreht ist.

Der charakteristische Kronenschutz auf der linken Seite bleibt unverändert: Das patentierte System hält die Krone vor unbeabsichtigter Betätigung geschützt und erlaubt gleichzeitig freie Handgelenkhaltung. Der Gehäuseboden, mit sieben Schrauben versiegelt, trägt ein U-förmig ausgeschnittenes Saphirglasfenster – ebenfalls U-Boat-typisch –, durch das der Blick auf den Rotor des Schweizer Automatikwerks fällt.

Bekanntes Werk und praktisches Armband

Das Kaliber ist das bekannte Sellita SW200, eines der meistverbreiteten Schweizer Automatikwerke der mittleren Preisklasse, robust und wartungsfreundlich. Das ist für U-Boat keine Überraschung – die Marke versteht sich als Designmanufaktur, nicht als Uhrwerkhersteller, und investiert ihre Energie lieber in Gehäusekonzeption, Materialauswahl und Zifferblattinnovation statt in proprietäre Kaliber. Getragen wird die Uhr am schwarzen Armband aus vulkanisiertem Kautschuk: strapazierfähig, zeitgemäß und mit dem Statement der Uhr kompatibel. Die Wasserdichtheit liegt bei 100 Metern.

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