Schmucknachfrage bleibt auf niedrigem Niveau
China treibt die Goldnachfrage
Bild: Heraeus
Der internationale Goldmarkt erhält weiterhin kräftige Impulse aus Asien. Besonders China fällt mit hohen Einfuhren auf: Allein im August importierte das Land 142 Tonnen nicht-monetäres Gold. Damit summierten sich die Importe in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres auf 1.141 Tonnen, analysiert Heraeus.
Das entspricht einem Plus von 72 Prozent gegenüber den 663 Tonnen des Vorjahreszeitraums. Bemerkenswert ist auch der Vergleich mit dem Gesamtjahr 2025: Damals hatte China 940 Tonnen eingeführt. Bereits nach acht Monaten liegt das Importvolumen 2026 somit deutlich darüber.
Die hohen Zuflüsse erfolgen trotz historisch hoher Goldpreise und werden vor allem mit einer anhaltend starken Investmentnachfrage in Verbindung gebracht. Die chinesische Schmucknachfrage zeigt sich dagegen vergleichsweise schwach. Für die Schmuckbranche unterstreicht diese Entwicklung, wie stark sich die Nachfrage nach dem Edelmetall derzeit zwischen Investment- und Konsumsegment unterscheiden kann.
Nicht enthalten sind in diesen Zahlen die Käufe der chinesischen Zentralbank. Die People’s Bank of China stockte ihre offiziellen Goldreserven im August um weitere 20 Tonnen auf. Sollte sich das bisherige Importtempo bis zum Jahresende fortsetzen, könnten Chinas nicht-monetäre Goldimporte 2026 insgesamt rund 1.700 Tonnen erreichen – der höchste Wert dieses Jahrzehnts, hebt Heraeus hervor.
Australien, Indonesien und Indien
Auch auf der Angebotsseite bleibt Bewegung im Markt. Australien produzierte im Finanzjahr 2025/26 bis Ende Juni 303 Tonnen Gold. Damit bewegt sich die Förderung nach Angaben von Surbiton Associates ungefähr auf dem langfristigen Niveau von rund 300 Tonnen jährlich. Gemessen an der weltweiten Minenproduktion von 3.822 Tonnen im Jahr 2025 entspricht die australische Förderung einem Anteil von rund acht Prozent.
In Indonesien wiederum will die Regierung einen Teil der beträchtlichen privaten Goldbestände stärker in das Finanzsystem integrieren. Nach Schätzungen befinden sich rund 1.800 Tonnen Gold in den Händen privater Haushalte außerhalb formaler Investmentkanäle. Rund 20 Prozent beziehungsweise etwa 360 Tonnen sollen perspektivisch für Bullion-Banking und andere Finanzprodukte mobilisiert werden. Gold könnte damit verstärkt als Einlage, Sicherheit oder Basis weiterer Finanzprodukte dienen.
Gegenwind könnte dagegen aus Indien kommen. Dort lag der Monsunregen bis Ende September rund 15 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt. Das ist für den Goldmarkt relevant, weil ländliche Verbraucher für mehr als die Hälfte der indischen Goldnachfrage stehen und ihre Kaufkraft stark von landwirtschaftlichen Einkommen abhängt.
Analysen des World Gold Council zufolge geht ein um ein Prozent über dem Durchschnitt liegender Niederschlag historisch mit einem Anstieg der Goldnachfrage um etwa 0,2 Prozent einher. Der diesjährige Regenmangel könnte laut Heraeus daher die Nachfrage während der wichtigen Fest- und Hochzeitssaison dämpfen. 2025 hatte Indien insgesamt 768 Tonnen Gold nachgefragt – rund 15 Prozent der weltweiten Nachfrage.
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