China erhöht Importe deutlich

Goldpreis gibt nach

Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben. Während ein stärkerer US-Dollar und Zinsspekulationen die Notierungen belasten, sorgt China mit den höchsten Goldimporten seit zwei Jahren für ein gegensätzliches Signal, schreibt Heraeus.

29. Juni 2026 Christian Lücke
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Der Goldpreis steht weiter unter Druck. Erstmals seit November 2025 fiel die Notierung in der vergangenen Woche unter die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze. Auslöser ist laut Heraeus vor allem die veränderte Zinserwartung in den USA: Nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank rechnen die Märkte demnach inzwischen mit einer rund 35-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung Ende Juli. Vor der Sitzung habe diese Einschätzung noch bei unter zehn Prozent gelegen.

Höhere Zinsen am Horizont

Die Aussicht auf höhere Zinsen hat den US-Dollar kräftig gestärkt. Der Dollar-Index stieg auf über 101,5 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2025. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und belastet damit häufig die Nachfrage nach Edelmetallen.

Chinas Importe steigen deutlich

Gleichzeitig entwickelt sich der chinesische Markt weiterhin dynamisch. Nach aktuellen Zahlen importierte China im Mai 162,6 Tonnen Gold – ein Plus von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und der höchste Monatswert seit zwei Jahren. Von Januar bis Mai summieren sich die Goldimporte auf 691,6 Tonnen und liegen damit 76 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Getrieben wird die Nachfrage vor allem von privaten Anlegern, die verstärkt in physische Goldbarren sowie Goldsparpläne investieren.

Juweliere und Schmuckbranche verschieben Goldeinkäufe wegen hoher Preise

Weniger dynamisch zeigt sich dagegen die Schmuckbranche: Die Großhandelsnachfrage ging laut World Gold Council im Mai um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und erreichte den niedrigsten Mai-Wert seit 2010. Viele Juweliere verschoben ihre Einkäufe angesichts der zuvor stark gestiegenen Goldpreise.

Asiens Rolle im internationalen Edelmetallhandel wird größer

Auch Hongkong baut seine Position im internationalen Goldhandel weiter aus. Mehrere Banken stocken derzeit ihre Bestände an London-Good-Delivery-Barren auf, bevor im Juli ein neues Gold-Clearing-System starten soll. Die Regierung verfolgt das Ziel, die Lagerkapazitäten für Gold innerhalb der kommenden drei Jahre auf mehr als 2.000 Tonnen auszubauen. Zusammen mit dem geplanten Gold-Clearing in Singapur unterstreiche dies die wachsende Bedeutung Asiens im internationalen Edelmetallhandel, bilanzieren die Analysten von Heraeus.

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