US-Anleihekäufe geben Gold neuen Schub
Goldpreis steigt über 4.600 Dollar
Bild: Heraeus
Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Am 21. August stieg die Notierung auf mehr als 4.600 US-Dollar je Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Zuvor hatte sich das Edelmetall rund zwei Wochen lang konsolidiert.
Das Muster erinnert an die Entwicklung Anfang August: Nach einem vergleichsweise engen Handelsband im Juli, als Gold zeitweise nahe seinem bisherigen Jahrestief von rund 4.000 Dollar je Unze notierte, folgte eine Aufwärtsbewegung um etwa sieben Prozent. Den jüngsten Impuls lieferten die USA. Das US-Finanzministerium kündigte am 19. August an, den maximalen Umfang seiner Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Betroffen sind US-Treasuries mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren. Hintergrund sind die stark gestiegenen langfristigen Finanzierungskosten der USA.
Zwischen dem 9. September und dem 4. November soll das maximale Rückkaufvolumen je Transaktion von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar steigen. Bei den sieben im betreffenden Zeitraum vorgesehenen Auktionen entspreche dies einer zusätzlichen potenziellen Kaufkapazität von mindestens 14 Milliarden Dollar, schreibt Heraeus.
Renditen geben nach, Dollar wird schwächer
Die Ankündigung wirkte sich vor allem auf das lange Ende der Zinskurve aus – und schuf damit zunächst ein günstiges Umfeld für Gold. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank nach der Bekanntgabe um rund sechs Basispunkte auf 4,65 Prozent. Bei 30-jährigen Treasuries betrug der Rückgang fast zehn Basispunkte auf etwa 5,19 Prozent. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen blieb dagegen mit rund 4,18 Prozent nahezu unverändert. Die kurzfristigen Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve haben sich demnach kaum verändert. Ein Teil des Renditerückgangs bei länger laufenden Anleihen wurde inzwischen wieder aufgeholt; die Renditen zehn- und 30-jähriger Treasuries bewegen sich weiterhin in der Nähe ihrer bisherigen Jahreshöchststände.
Zusätzliche Unterstützung erhielt Gold vom US-Dollar. Der US-Dollar-Index DXY gab um rund 0,7 Prozent auf etwa 98,8 Punkte nach. Damit liegt er ungefähr in der Mitte zwischen seinem bisherigen Jahreshoch von rund 101,5 Punkten Ende Juli und dem Jahrestief von etwa 95,8 Punkten Ende Januar.
Sinkende Anleiherenditen reduzieren die relative Attraktivität verzinslicher Staatsanleihen gegenüber dem zinslosen Gold. Gleichzeitig macht ein schwächerer Dollar das in US-Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums tendenziell günstiger.
Ob der jüngste Impuls anhält, bleibt allerdings offen. Die ausgeweiteten Rückkäufe beginnen erst im September. Die unmittelbare Marktreaktion dürfte deshalb zumindest teilweise auf die Signalwirkung der Ankündigung zurückzuführen sein. Sollten die langfristigen US-Renditen wieder deutlich steigen, könnte sich auch die Unterstützung für den Goldpreis abschwächen.
Bank of Korea kehrt zu Gold zurück
Ein weiteres Signal kommt laut Heraeus aus Südkorea: Die Bank of Korea (BoK) hat erstmals seit 13 Jahren wieder in Gold investiert – allerdings nicht in physisches Metall. Im zweiten Quartal 2026 erwarb die Zentralbank 679.765 Anteile des börsengehandelten SPDR Gold Shares im Wert von rund 250 Millionen Dollar.
Gemessen an der durch die Fondsanteile repräsentierten Goldmenge entspricht die Position einem Engagement von etwa 62.000 Feinunzen beziehungsweise rund 1,9 Tonnen Gold. Die physischen Goldreserven der Bank of Korea liegen dagegen seit 2013 unverändert bei etwa 104,4 Tonnen.
Der Schritt erhöht die physischen Bestände somit nicht, zeigt aber ein erneutes Interesse der Zentralbank an einem Gold-Engagement. Darüber hinaus habe die Bank angekündigt, einen Rahmen für den Erwerb von im eigenen Land raffiniertem Gold zu schaffen, berichtet Heraeus. Perspektivisch könnte dadurch auch der Goldanteil an den Reserven steigen. Damit würde Südkorea einem international zu beobachtenden Trend folgen: Gold gewinnt in den Reserven zahlreicher Zentralbanken gegenüber US-Staatsanleihen an Bedeutung. Für den Goldmarkt bleibt die Nachfrage institutioneller und staatlicher Akteure damit neben Zins- und Dollarentwicklung ein wichtiger Faktor.
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