Signalisiert dies das Ende der Rally?

Silber überholt Gold, was den prozentualen Wertzuwachs angeht

Die spektakuläre Rally von Silber hat den Goldpreis in Relation in den Schatten gestellt. Dies sei ein historisches Muster, das auf eine baldige Trendwende hindeuten könnte, schreibt Heraeus.

26. Jan. 2026 Christian Lücke
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Seit neun Monaten zeigt Silber eine beeindruckende Performance und hat dabei in prozentualem Wachstum selbst den weiterhin starken Goldpreis überflügelt (jüngst beispielsweise 13 Prozent Steigerung von Silber gegenüber Gold mit 8 Prozent, jeweils in Relation zur Vorwoche). Dieses ungewöhnliche Kräfteverhältnis könnte jedoch ein Warnsignal sein: Historisch gesehen markiert Silbers Outperformance gegenüber Gold oft das späte Stadium eines Bullenmarkts, urteilen die Analysten von Heraeus.

Was das Verhältnis vom Gold- zum Silberpreis über den Markt aussagt

Der sogenannte Gold-Silber-Ratio, also das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis, ist seit April 2025 drastisch gesunken: von 105 auf zuletzt nur noch 49. Einen solch niedrigen Wert gab es zuletzt im Jahr 2013, rekapituliert Heraeus. Der Rückgang gelte als bemerkenswert, da er sich in einer sehr kurzen Zeitspanne vollzogen habe und sei ein weiteres Indiz für eine möglicherweise überhitzte Marktlage.

Silberpreis durchbrich 100-Dollar-Marke

Am 23. Januar 2026 durchbrach der Silberpreis die Marke von 100 US-Dollar pro Unze und lag damit 54 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Vergleichbare Ausschläge gab es nur in Ausnahmephasen: 1980 etwa, als die berüchtigten Hunt-Brüder versuchten, den Silbermarkt zu kontrollieren, und in 1974, als eine ähnliche Überbewertung eine massive Korrektur nach sich zog.

Trotzdem betont Heraeus: Ein hoher Preis allein bedeute nicht zwangsläufig das Ende eines Anstiegs. In den 1970er-Jahren etwa setzte sich die Rally nach einer kräftigen Korrektur weiter fort. Auch heute spielen geopolitische Spannungen, geldpolitische Unsicherheit in den USA und Bedenken rund um den Dollar eine Rolle – Treiber, die die Rally weiter anfachen könnten.

Ob der aktuelle Bullenmarkt sich als mehrstufiger Aufwärtstrend wie in den 1970ern entpuppt oder ob das Ende bereits nahe ist, bleibt abzuwarten. Klar ist nur eines: Die Volatilität am Silbermarkt dürfte hoch bleiben.

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