„Datejust“ wird zur wichtigsten Rolex-Linie
Sekundärmarkt: Rolex verliert Anteile, Preise steigen
Rolex bleibt die mit Abstand bedeutendste Marke auf dem Sekundärmarkt für Luxusuhren. Die Dominanz ist jedoch nicht mehr so ausgeprägt wie während des Pandemiebooms. Das zeigt ein Report von Chrono24, der auf den bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossenen Transaktionen des Online-Marktplatzes basiert. Demnach ist der Marktanteil von Rolex von seinem Höchststand von 44,1 Prozent Anfang 2022 auf aktuell rund 31 Prozent gesunken. Damit nähert sich die Marke wieder dem Niveau vor 2019 an. Der Rückgang betrifft laut Chrono24 sämtliche untersuchten Preissegmente.
Besonders deutlich verliert Rolex Marktanteile in seinem wichtigen Kernbereich zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Gerade dort war die Marke in den vergangenen Jahren mit Modellen wie „Datejust“, „Submariner“, „GMT-Master II“ und „Explorer“ besonders präsent.
Junge Käufer wenden sich anderen Marken zu
Auch bei den Altersgruppen zeigt die Analyse eine Verschiebung. Am stärksten fällt der Rückgang bei Käufern unter 30 Jahren aus. Während Rolex bei der jüngeren Generation weiterhin stark gefragt ist, verschiebt sich deren Interesse inzwischen offenbar auf eine größere Zahl von Herstellern.
Von dieser Entwicklung profitieren laut Chrono24 insbesondere Cartier, Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin. Der Sekundärmarkt wird damit vielfältiger: Neben bekannten Sportuhren rücken elegante Modelle, klassische Designs und traditionsreiche Haute-Horlogerie-Marken stärker in den Fokus. Bereits für das erste Halbjahr 2025 hatte Chrono24 bei Rolex einen Marktanteil von 33,7 Prozent ausgewiesen und die Entwicklung als Normalisierung nach dem spekulativ geprägten Pandemieboom eingeordnet.
Marktanteil von Rolex-Modellen bei Chrono24
Bild: Chrono24
Rolex-Preise legen um sieben Prozent zu
Der sinkende Sekundärmarktanteil bedeutet allerdings nicht, dass Rolex-Uhren an Wert oder Nachfrage verlieren. Im Gegenteil: Der Rolex-Preisindex stieg innerhalb eines Jahres um etwa sieben Prozent. Die Marke verkauft damit anteilig weniger Uhren als auf dem Höhepunkt des Booms, erzielt für gefragte Modelle jedoch wieder höhere Preise.
Die Zahlen sprechen für eine veränderte Marktlage. Während die Jahre 2021 und 2022 stark durch knappe Sportmodelle, hohe Aufschläge und kurzfristige Spekulation geprägt waren, richtet sich die Nachfrage zunehmend auf tragbare und langfristig etablierte Alltagsuhren.
„Datejust“ wird zur wichtigsten Rolex-Linie
Symbolisch für den Wandel steht die Rolex „Datejust“. Mit rund 28 Prozent der Rolex-Verkäufe auf Chrono24 ist sie die auf dem Sekundärmarkt meistverkaufte Kollektion der Marke. Damit setzt sich ein klassisches, vielseitiges Modell gegen viele der zuletzt besonders stark diskutierten Sportuhren durch.
Die „Datejust“ steht weniger für kurzfristige Verknappung als für Kontinuität. Ihre große Auswahl an Größen, Materialien, Zifferblättern und Armbändern spricht eine breite Käuferschicht an. Sie eignet sich sowohl als tägliche Begleiterin als auch als klassische Dresswatch und ist in zahlreichen Preislagen und Jahrgängen verfügbar.
Normalisierung statt Bedeutungsverlust
Die Ergebnisse zeichnen damit ein differenziertes Bild. Rolex verliert nach dem außergewöhnlichen Pandemieboom Marktanteile, bleibt aber unangefochtener Marktführer. Gleichzeitig steigen die Preise wieder, während sich die Nachfrage von spekulativ geprägten Sportmodellen hin zu klassischen und vielseitigen Uhren verschiebt.
Der Große unter den größer werdenden
Für den Handel ist vor allem die zunehmende Diversifizierung relevant. Käufer vergleichen stärker, interessieren sich für alternative Marken und suchen offenbar häufiger nach gestalterischer Eigenständigkeit und langfristiger Tragbarkeit. Rolex bleibt der zentrale Taktgeber des Sekundärmarkts, teilt sich die Aufmerksamkeit jedoch zunehmend mit anderen großen Namen der Uhrenbranche.
Keyfacts des aktuellen Rolex-Reports von Chrono24
• Marktanteil: rund 31 Prozent, nach 44,1 Prozent Anfang 2022
• Preisentwicklung: Rolex-Preisindex binnen eines Jahres etwa 7 Prozent im Plus
• Stärkste Kollektion: „Datejust“ mit rund 28 Prozent Umsatzanteil
• Größter Rückgang: im Preisbereich von 10.000 bis 20.000 Euro
• Junge Zielgruppe: besonders deutliche Verluste bei Käufern unter 30 Jahren
• Profiteure: vor allem Cartier, Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin
• Marktposition: Rolex bleibt die klare Nummer eins auf dem Sekundärmarkt
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