Steigende Edelmetallpreise haben einen Anteil
Schweizer Uhrenexporte legen kräftig zu
Bild: shutterstock / xtock
Die Schweizer Uhrenexporte haben im Juli 2026 deutlich an Fahrt gewonnen. Nach Angaben des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH stieg der Exportwert gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,6 Prozent auf 2,628 Milliarden Schweizer Franken. Damit drehte auch die Bilanz der ersten sieben Monate ins Plus: Kumuliert lagen die Ausfuhren 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Auf Armbanduhren entfielen im Juli 2,523 Milliarden Franken, ein Zuwachs von 9,8 Prozent. Gleichzeitig nahm auch die Stückzahl zu: Rund 1,52 Millionen Uhren wurden exportiert, 6,8 Prozent mehr als im Juli 2025. Das entspricht einem Plus von rund 97.000 Zeitmessern.
Beim Gehäusematerial entwickelten sich sämtliche Kategorien wertmäßig positiv. Besonders dynamisch waren Bicolor-Uhren aus Gold und Stahl mit einem Plus von 23,8 Prozent. Stahluhr-Exporte legten im Wert um 9,0 Prozent zu, Modelle aus Edelmetall um 3,7 Prozent. Beim Volumen stachen neben Stahluhren (+5,1 Prozent) insbesondere Modelle aus „anderen Materialien“ hervor, deren Stückzahl um 15,1 Prozent zunahm.
Hochpreisige Uhren geben den Takt vor
Nach Preisklassen betrachtet kamen wesentliche Wachstumsimpulse aus dem oberen Segment. Uhren mit einem Exportpreis von mehr als 3.000 Franken erzielten wertmäßig ein Plus von 12,0 Prozent. Auffällig entwickelte sich zudem die Kategorie zwischen 200 und 500 Franken: Nach vier Jahren deutlicher Rückgänge setzte sich hier die Erholung mit einem Wertzuwachs von 26,1 Prozent fort. Dagegen gab das Segment zwischen 500 und 3.000 Franken um 3,9 Prozent nach.
Wichtigster Wachstumsmotor waren die USA. Die Schweizer Uhrenexporte in den größten Einzelmarkt erreichten 701,3 Millionen Franken und lagen damit 26,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Laut FH war es bereits der dritte Monat in Folge mit zweistelligem Wachstum. Auch Großbritannien entwickelte sich mit einem Plus von 9,5 Prozent positiv.
Ein differenziertes Bild zeigte sich in Asien. Hongkong (+0,5 Prozent) und Singapur (+2,3 Prozent) wuchsen moderat, während Japan (-3,7 Prozent) und insbesondere China (-18,5 Prozent) rückläufig waren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichneten ein Minus von 3,7 Prozent.
Außergewöhnlich hoch fiel das Plus in Frankreich mit 104,6 Prozent aus. Der Verband weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Entwicklung nicht den tatsächlichen Markttrend widerspiegele. Insgesamt stiegen die Exporte in die Europäische Union im Juli um 12,4 Prozent, wobei Deutschland mit einem Plus von 11,6 Prozent zu den Wachstumstreibern gehörte.
Einordnung der Zahlen
Zu beachten ist: Die FH-Zahlen erfassen Exporte der Schweizer Uhrenunternehmen und keine Verkäufe an Endkunden. Rückschlüsse auf den tatsächlichen Sell-out im Handel oder die Entwicklung einzelner Marken sind deshalb nur eingeschränkt möglich.
Bei der Einordnung der wertmäßigen Entwicklung ist auch das hohe Preisniveau bei Edelmetallen zu berücksichtigen. Bereits für 2025 hatte die FH auf Rekordstände beim Goldpreis und die damit verbundenen höheren Kosten für Schweizer Uhren hingewiesen. Wie stark dieser Faktor die Exportwerte im Juli 2026 beeinflusst hat, weist die aktuelle Statistik allerdings nicht aus. Auffällig ist dennoch die Diskrepanz bei Gold-Stahl-Uhren: Ihr Exportwert stieg um 23,8 Prozent, obwohl 4,4 Prozent weniger Stück ausgeführt wurden. Bei Edelmetalluhren stand einem Wertzuwachs von 3,7 Prozent ein Mengenplus von lediglich 0,9 Prozent gegenüber.
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