Rückgang der ersten Monate des Jahres damit ein wenig eingegrenzt

Kleiner Lichtblick: Schweizer Uhrenexporte im Mai stabil

Nach mehreren schwachen Monaten zeigt sich die Schweizer Uhrenindustrie im Mai 2026 leicht erholt. Die Exporte legten wertmäßig um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, bleiben im Jahresverlauf jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

01. Juli 2026 Christian Lücke
Kommentare (0)

Die Schweizer Uhrenexporte haben sich im Mai 2026 stabilisiert. Wie der Verband der Schweizer Uhrenindustrie (FH) mitteilt, stieg der Exportwert gegenüber dem Vorjahresmonat leicht um 0,4 Prozent auf insgesamt 2,1 Milliarden Schweizer Franken. Damit konnte der Rückgang der ersten fünf Monate des Jahres auf kumuliert 3,1 Prozent begrenzt werden. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass steigende Edelmetallpreise die Daten beeinflussen können – was an den Stückzahlen überaus deutlich wird:

Exportwert steigt, Stückzahlen sinken

Während der Exportwert leicht zulegte, ging die Zahl der ausgeführten Armbanduhren um 1,2 Prozent (ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat) auf rund 1,16 Millionen Stück zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Stahluhren aus: Ihr Exportvolumen sank um 9,6 Prozent, wertmäßig um 5,4 Prozent. Auch Uhren aus Edelmetallen verzeichneten Einbußen von 7,2 Prozent beim Exportwert.

Deutlich dynamischer entwickelten sich dagegen Bicolor-Modelle aus Gold und Stahl. Sie legten wertmäßig um 34 Prozent zu. Ebenfalls positiv verlief die Entwicklung bei Uhren aus anderen Metallen, deren Exportwert um 14,7 Prozent anstieg.

Verschiedene Preissegmente mit unterschiedlicher Entwicklung

Unterschiedlich präsentierten sich auch die einzelnen Preissegmente. Besonders gefragt waren Uhren mit einem Exportpreis zwischen 200 und 500 Schweizer Franken, deren Ausfuhren wertmäßig um 23,6 Prozent zunahmen. Das Hochpreissegment mit Exportpreisen über 3.000 Franken verzeichnete ein Plus von 3,7 Prozent. Dagegen mussten Modelle im mittleren Segment zwischen 500 und 3.000 Franken einen Rückgang von 17,2 Prozent hinnehmen.

Absatzmärkte: USA vorn, Frankreich stark gewachsen, Deutschland mit deutlichem Minus

Die Vereinigten Staaten blieben mit einem Wachstum von 12,3 Prozent der wichtigste Absatzmarkt. Frankreich rückte dank eines außergewöhnlich starken Zuwachses von 57 Prozent auf Rang zwei vor, was laut FH vor allem auf seine Funktion als Logistikdrehscheibe seit Ende 2025 zurückzuführen ist. Auch Großbritannien (+24,9 %) und Hongkong (+3,4 %) entwickelten sich positiv. Demgegenüber setzte sich die Schwäche in China mit einem Minus von 21,4 Prozent fort. Japan (-3,5 %), die Vereinigten Arabischen Emirate (-13,5 %) und Deutschland (-18,0 %) verzeichneten ebenfalls rückläufige Exporte.

Kleines Aufatmen, aber noch keine Trendwende

Insgesamt deutet das Mai-Ergebnis auf eine gewisse Stabilisierung der Schweizer Uhrenexporte hin. Angesichts des weiterhin negativen Jahresverlaufs und der großen Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten und Preissegmenten bleibt die Entwicklung der kommenden Monate jedoch entscheidend.

Zum PDF

Keine Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

1 Monat kostenlos
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer