Konzern veröffentlicht Halbjahresbericht
Schmuck treibt LVMH-Wachstum an
LVMH hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 38,6 Milliarden Euro erzielt und damit währungsbereinigt ein organisches Wachstum von 2 Prozent erreicht. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres beschleunigte sich das organische Wachstum auf 3 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorjahreszeitraum), was der Luxuskonzern unter anderem auf die starke Entwicklung seiner Schmuckmarken zurückführt. Zu beachten ist, dass das Umsatzwachstum stark von steigenden Edelmetallpreisen beeinflusst sein kann.
Sparte Schmuck und Uhren als Wachstumsmotor
Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Sparte Watches & Jewelry. Sie steigerte ihren Umsatz von 5,09 auf 5,23 Milliarden Euro und legte damit 3 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise 9 Prozent organisch zu. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das organische Wachstum sogar auf 11 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Damit war der Schmuck- und Uhrenbereich die wachstumsstärkste Produktkategorie innerhalb des Konzerns.
Tiffany und Bulgari setzen Akzente
LVMH hebt in seinem Halbjahresbericht ausdrücklich die „excellent performance in jewelry for Tiffany and Bvlgari“ hervor. Konzernchef Bernard Arnault nennt die ikonischen Kollektionen beider Marken als einen der wesentlichen Treiber für das beschleunigte Wachstum im zweiten Quartal.
Damit zeichnet sich innerhalb des Konzerns eine Verschiebung der Wachstumstreiber ab. Während traditionell Louis Vuitton und Dior das Bild des Luxusgiganten prägten, gewinnen Tiffany und Bulgari zunehmend an Bedeutung. Allerdings gilt das nur für das Wachstum, nicht für die absoluten Zahlen. Hier ist das Segment Mode & Lederwaren mit rund 18,1 Mrd. € Umsatz im ersten Halbjahr 2026 weiterhin mit großem Abstand die wichtigste Sparte.
Aber der Wachstumstrend bleibt unverkennbar. Auch Branchenbeobachter sehen darin eine strukturelle Tendenz: Schmuck entwickelt sich zu einem der dynamischsten Segmente der internationalen Luxusgüterindustrie. Während bei Richemont Cartier und Van Cleef & Arpels seit Jahren zweistellige Wachstumsraten erzielen, etabliert sich mit Tiffany und Bulgari nun auch bei LVMH ein starkes Schmuckduo als Wachstumsmotor.
Uhren bleiben hinter Schmuck zurück
Vom starken Schmuckgeschäft konnten die Uhrenmarken des Konzerns dagegen offenbar nicht gleichermaßen profitieren. Während LVMH keine Einzelzahlen veröffentlicht, berichten Branchenmedien, dass insbesondere TAG Heuer, Hublot und Zenith hinter der Dynamik der Schmuckhäuser zurückbleiben. Die positive Entwicklung der Division wird damit vor allem von Tiffany und Bulgari getragen.
Solide Profitabilität
Insgesamt erwirtschaftete LVMH im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 8,7 Milliarden Euro bei einer weiterhin hohen operativen Marge von 22,5 Prozent. Der freie Cashflow belief sich auf 4,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen verweist zudem auf eine beschleunigte Nachfrage in den USA sowie eine anhaltende Erholung in Asien außerhalb Japans.
Die Zahlen unterstreichen, dass Schmuck innerhalb des weltweit größten Luxuskonzerns zunehmend eine Schlüsselrolle übernimmt. Während andere Geschäftsbereiche weiterhin mit einer schwächeren Konsumnachfrage kämpfen, liefern Tiffany & Co. und Bulgari derzeit die stärksten Wachstumsimpulse und stärken die Position von LVMH im globalen Luxusmarkt.
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