Kursverluste bei Hermès, LVMH und Kering

Luxusgüterkonzerne leiden unter Börsenflaute

Sinkende Aktienkurse bedrücken die Luxusbranche. Auch Uhren- und Schmucksegmente bleiben nicht verschont. Investoren differenzieren zunehmend zwischen starken und schwachen Marken.

21. Apr. 2026 Christian Lücke
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Die Luxusbranche gerät an den Börsen zunehmend unter Druck. Aktuelle Kursverluste bei großen Konzernen wie Hermès, LVMH und Kering zeigen: Die Zeiten scheinbar ungebremsten Wachstums sind vorerst vorbei. Besonders im Bereich hochwertiger Uhren und Schmuck wird deutlich, wie stark geopolitische Spannungen und regionale Nachfrageschwächen inzwischen durchschlagen.

Entwicklung im Uhren- und Schmucksegment stark vom jeweiligen Absatzmarkt abhängig

Während Mode- und Lederwarensegmente vielerorts schwächeln, erweisen sich Teile des Uhren- und Schmuckgeschäfts weiterhin als stabilisierende Faktoren – jedoch nicht ohne Einschränkungen. So meldet etwa LVMH rückläufige Umsätze, wobei insbesondere klassische Luxussparten unter Druck stehen. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung stark abhängig von Schlüsselregionen wie China und den USA, die auch für den Absatz von Uhren und Schmuck essenziell sind.

Hermès, traditionell im obersten Luxussegment positioniert, konnte sich lange durch eine konsequente Verknappungsstrategie behaupten – ein Prinzip, das auch in der Haute Horlogerie Anwendung findet. Limitierte Stückzahlen, exklusive Kundenkreise und hohe Preissetzungsmacht sichern hier vergleichsweise stabile Margen. Doch selbst dieses Modell zeigt erste Risse: Kaufzurückhaltung im Nahen Osten und in Europa wirkt sich zunehmend auch auf hochpreisige Produkte aus.

Fünfjahreszeitraum der Aktienkurse (in Euro):

KonzernHöchstwertAktueller Kurs
Hermès2.847,001.692,50
LVMH903,60495,90
Kering792,70248,60

Stand: 21. April 2026

Investoren sind wählerischer geworden

Für die Uhrenbranche besonders relevant ist die wachsende Selektivität der Investoren. Marken mit klarer Identität, starker Handwerkskompetenz und glaubwürdiger Strategie – Attribute, die insbesondere bei etablierten Schweizer Uhrenherstellern eine Rolle spielen – werden weiterhin positiv bewertet. Dagegen geraten Konzerne mit strategischen Unsicherheiten stärker unter Druck.

Insgesamt zeichnet sich eine Dreiteilung des Luxusmarktes ab: An der Spitze stehen besonders resiliente Anbieter mit starkem Markenprofil, gefolgt von soliden Häusern mit stabiler Nachfrage, auch im Uhren- und Schmucksegment. Am unteren Ende kämpfen Unternehmen mit strukturellen Problemen und schwankender Nachfrage.

Für die kommenden Quartale bleibt die Entwicklung eng an geopolitische Rahmenbedingungen und die globale Kaufkraft gekoppelt. Gerade im hochpreisigen Uhren- und Schmucksegment dürfte sich zeigen, welche Marken ihre Position nachhaltig behaupten können und welche an Strahlkraft verlieren.

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