Vortrag am Freitag, 20. Februar, von 13 bis 13:30 Uhr
Inhorgenta Trendfactory: Craftsmanship zwischen Must-have und echtem Differenzierungsmerkmal
Matthias Heimberg zeigt unter anderem anhand von Nanis (links, Kollektion „Boule“), welche Vorteile Handwerkskunst im Schmuckmarkt bietet.
Bilder: Matthias Heimberg & Nanis
Im Rahmen der Inhorgenta Trendfactory widmet sich Matthias Heimberg, Gründer von MHE Growth Consulting, der Frage, welche Bedeutung Craftsmanship heute für Schmuckmarken hat. Unter dem Titel „Craftsmanship – USP or Must-Have?“ analysiert er, wie sich das Verständnis von Handwerkskunst gewandelt hat und welche Konsequenzen sich daraus für Markenstrategie und Positionierung ergeben.
Ausgangspunkt ist eine klare Definition: Craftsmanship bedeutet die bewusste Beherrschung von Materialien, Techniken und Prozessen, getragen von menschlicher Expertise, Verantwortung und einem Anspruch auf ästhetische wie materielle Langlebigkeit. Es geht um Materialintelligenz, Qualitätsbewusstsein sowie um ethische Aspekte wie verantwortungsvolle Beschaffung und Transparenz.
Handwerkskunst trifft Fortschritt: „Future Craftsmanship“
In seiner Analyse plant Heimberg zu zeigen, dass sich Craftsmanship vom rein technischen Qualitätsmerkmal hin zu einem identitätsstiftenden Element entwickelt hat. Neben Präzision in Goldschmiedekunst und Fassen zählen heute auch Zeit, Sorgfalt und bewusste Entscheidungen gegen rein margengetriebene Optimierung. Gleichzeitig stehen Handwerk und Technologie nicht im Widerspruch: 3D-Modelling, CNC-Fertigung oder Lab-Grown-Diamonds seien akzeptierte Werkzeuge, sofern sie intentional und qualitätsorientiert eingesetzt werden. „Future Craftsmanship“ entsteht dort, wo Präzisionstechnologie und artisanale Sensibilität zusammenfinden.
Neue Anforderungen jüngerer Zielgruppen
Als einen zentralen Aspekt hat Heimberg dabei die Konsumentenperspektive ausgemacht: Jüngere Zielgruppen wie Millennials und Gen Z fordern Authentizität, Transparenz, Nachhaltigkeit und eine klare Wertehaltung. Für sie reicht handwerkliche Qualität allein nicht mehr aus. Die Zielgruppe 40+ hingegen setzt handwerkliche Exzellenz als selbstverständlich voraus: Perfekte Verarbeitung, hochwertige Materialien und Langlebigkeit gelten als Basisanforderung.
Antworten gibt es auf der Inhorgenta
Abschließend stellt Heimberg die entscheidende Frage: Reicht exzellentes Handwerk heute noch aus, um Begehrlichkeit zu schaffen – oder braucht es mehr? Seine Antwort erklärt Heimberg auf der Trendfactory-Bühne und erläutert dabei unter anderem, wie Marken diesen Schritt strategisch gestalten können und wo konkretes Potenzial für Positionierung und Wachstum liegt.
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