IWC
Für den Einsatz im All
Bild: IWC
IWC Schaffhausen unterstreicht seine Ingenieurskompetenz mit der „Pilot’s Venturer Vertical Drive“ mit einer Uhr, die konsequent für den Einsatz im All entwickelt wurde. Anders als frühere Modelle, die lediglich modifizierte Fliegeruhren waren, entstand diese Tool Watch von Grund auf für die Anforderungen der bemannten Raumfahrt. In Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtunternehmen Vast wurde sie umfassend getestet und schließlich für Missionen zur kommerziellen Raumstation Haven-1 zertifiziert, schreibt IWC in der Pressemitteilung.
Bedienung ohne Krone
Im Zentrum der Entwicklung steht ein innovatives Bedienkonzept: Die Uhr verzichtet vollständig auf eine klassische Krone. Stattdessen steuert ein patentiertes Drehlünettensystem sämtliche Funktionen. Über einen Kippschalter an der Gehäuseflanke lassen sich verschiedene Modi anwählen, etwa zum Aufziehen oder zur Einstellung von Heimat- und Missionszeit. Dieses System wurde speziell für die Bedienung mit Raumanzughandschuhen konzipiert und funktioniert dank eines „Vertical-Drive“-Kupplungsmechanismus auch unter Schwerelosigkeit zuverlässig.
Das mattschwarze Zifferblatt zeigt zwei Zeitzonen an. Neben der zentralen Anzeige ermöglicht ein zusätzlicher 24-Stunden-Zeiger die Darstellung der Missionszeit: ein essenzielles Feature, da Astronauten im Orbit bis zu 16 Sonnenauf- und -untergänge pro Tag erleben. Die Ablesbarkeit wird durch Super-LumiNova-beschichtete Zeiger und klare Kontraste gewährleistet.
Automatikwerk zieht sich durch Schwungmasse oder via Lünette auf
Angetrieben wird die Uhr vom IWC-Manufakturkaliber 32722 mit automatischem Aufzug, integrierter GMT-Funktion und einer Gangreserve von 120 Stunden. Das Werk kann sowohl über die Schwungmasse als auch manuell über die Lünette aufgezogen werden. Dieses hybride System wurde speziell für wechselnde Gravitationsbedingungen entwickelt, teilt IWC mit.
Auch bei den Materialien setzt die Manufaktur auf höchste Widerstandsfähigkeit: Das Gehäuse besteht aus weißer Zirkonoxidkeramik, während Lünette und Boden aus „Ceratanium“ gefertigt sind, einer Eigenentwicklung, die nach eigenen Angaben die Leichtigkeit von Titan mit der Härte von Keramik verbindet. Ergänzt wird dies durch ein Armband aus weißem Fluorkautschuk, das besonders resistent gegenüber UV-Strahlung und extremen Temperaturen sein soll.
Offizielle Raumfahrtzulassung
Die Belastungstests durch Vast simulierten Bedingungen wie starke Vibrationen und Beschleunigungen von bis zu 10 g. Die Uhr bestand sämtliche Prüfungen und erhielt die offizielle Raumfahrtzulassung. Damit markiert die „Pilot’s Venturer Vertical Drive“ einen Meilenstein – nicht nur für IWC, sondern für die gesamte Branche der mechanischen Uhren, die sich zunehmend auch in extremen Einsatzgebieten behaupten.
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