Kongress der World Jewellery Confederation CIBJO
CIBJO: Neue Ämter für deutsche Vertreter
Die deutsche Schmuckbranche ist weiterhin in wichtigen Gremien der World Jewellery Confederation (CIBJO) vertreten. Beim Centenary Congress vom 4. bis 7. September 2026 in Vicenza übernahmen Mitglieder der deutschen Delegation neue Funktionen im Weltverband. Anlass des Kongresses war das 100-jährige Bestehen der CIBJO.
Eine zentrale Personalie ist Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BVSU). Die Generalversammlung wählte ihn in das Board of Directors der CIBJO. Zudem übernimmt Grohmann das Amt des Vizepräsidenten der Precious Metals Commission. In dieser Funktion wird er an der internationalen Weiterentwicklung von Standards für Edelmetalle mitwirken.
Beide Positionen übernimmt Grohmann von Karina Ratzlaff, Präsidentin der Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes. Ratzlaff wurde ihrerseits in den President’s Council, den Beirat des CIBJO-Präsidenten, berufen. Darüber hinaus bleibt sie Vizepräsidentin des „Sector C – Manufacturing, Technology and Precious Metals“ sowie Mitglied des Internal Finance & Audit Committee.
Lind und Milisenda bleiben in Spitzenpositionen
Kontinuität gibt es bei zwei weiteren deutschen Vertretern: Dr. Thomas Lind aus Idar-Oberstein bleibt Vizepräsident der beiden CIBJO-Sektoren „A – Gem Materials, Trade and Laboratories“ und „C – Manufacturing, Technology and Precious Metals“.
Dr. Claudio Milisenda bleibt Präsident der Gemmological Commission. Die deutsche Delegation beim Jubiläumskongress bestand laut BVSU aus Wolfgang Schmauch, Karina Ratzlaff, Thomas Lind, Guido Grohmann, Jeanette Fiedler und Claudio Milisenda.
An der Spitze des Weltverbandes gibt es ebenfalls Kontinuität: Dr. Gaetano Cavalieri wurde von der Generalversammlung einstimmig als CIBJO-Präsident wiedergewählt.
CIBJO empfiehlt Begriff „synthetisch“
Neben den Personalentscheidungen fasste der Verband in Vicenza einen Beschluss mit Bedeutung für die internationale Edelstein- und Diamantenbranche. Der CIBJO-Vorstand billigte am 7. September einstimmig eine Empfehlung der Diamond Commission und der Coloured Stone Commission zur Überarbeitung der sogenannten Blue Books.
Demnach soll „synthetisch“ als eindeutige Bezeichnung für ein erzeugtes Produkt verwendet werden, das dieselbe chemische Zusammensetzung, dieselben physikalischen Eigenschaften und dieselbe Struktur wie sein natürlich vorkommendes Gegenstück besitzt.
Begriffe wie „laboratory-grown“ und „laboratory-created“ erkennt CIBJO als verbraucherbezogene Marketingbegriffe an, die in bestimmten Rechtsordnungen zulässig sind. Nationale Gesetze und Vorschriften haben dabei Vorrang. Für die Kommunikation mit Verbrauchern empfiehlt der Weltverband jedoch „synthetisch“ als eindeutigen Begriff.
Der Jubiläumskongress beschäftigte sich darüber hinaus mit zentralen Zukunftsfragen der internationalen Schmuck- und Edelsteinbranche. Im Mittelpunkt standen Standards, Nachhaltigkeit, Transparenz und Verbrauchervertrauen.
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