Wellendorff stellt seine drei mit Abstand verkaufsstärksten Kordelcolliers ein
Aus Bestsellern werden Raritäten
Wellendorff Prinzesse
Einen Bestseller nimmt man normalerweise nicht aus dem Programm. Und schon gar nicht gleich die drei erfolgreichsten. Wellendorff macht genau das: Am 31. Juli 2026 um exakt 11.38 Uhr wurde in der Pforzheimer Manufaktur die letzte „Prinzesse“ vollendet. Damit endete nach 49 Jahren die Fertigung von „Prinzesse“, „Silky“ und „Comtesse“. Drei Kordelreihen, die über Jahrzehnte nicht nur zu den stärksten Verkäufern gehörten, sondern auch einen enormen Wiedererkennungswert für Wellendorff entwickelt haben.
Die Wellendorff-Kordel selbst bleibt. Andere Varianten werden weiterhin produziert. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung, ausgerechnet die drei Bestseller herauszunehmen.
Ein Danke mit Konsequenz
Als Grund nennt die Familie ein „Danke“ an ihre Sammlerinnen und Sammler. Christoph Wellendorff spricht von einem Moment, „der sich nie wiederholen wird“. Die Kordeln wurden über Jahrzehnte von Kundinnen und Kunden von Tokio und Peking bis San Francisco, New York und Zürich getragen. Nun werden ausgerechnet die beliebtesten Modelle nicht mehr weiterproduziert.
Gerade das gibt der Geste Gewicht. Wer bereits eine „Prinzesse“, „Silky“ oder „Comtesse“ besitzt, trägt künftig ein Schmuckstück, dessen Zahl nicht mehr wachsen wird. Aus einem Bestseller wird eine Rarität und das nicht durch eine künstliche Limitierung von Beginn an, sondern nach fast fünf Jahrzehnten Erfolg.
Natürlich wirft eine solche Entscheidung auch Fragen auf. Ob neben dem Dank wirtschaftliche oder strategische Gründe eine Rolle spielen, wollte die GZ deshalb ebenfalls wissen. Wellendorff bleibt bei der Botschaft der Familie: Der Dank an die Kunden sei tatsächlich der Grund für diesen Schritt.
Auch was nach „Prinzesse“, „Silky“ und „Comtesse“ kommen könnte, bleibt offen. Auf die Frage nach möglichen Neuheiten heißt es lediglich: „Wir entwickeln ja immer was Neues.“ Mehr möchte Wellendorff derzeit nicht verraten.
Wer bekommt die letzten Kordeln?
Spannend wird es nun im Handel. Die Wellendorff-Partner wurden vorab über den Produktionsstopp informiert. „Prinzesse“, „Silky“ und „Comtesse“, die heute noch bei Juwelieren liegen, können nicht mehr nachbestellt werden.
Bei den letzten Exemplaren hat der Fachhandel freie Hand. Der jeweilige Juwelier entscheidet selbst, wem er seine noch vorhandenen Kordeln verkauft. Wie viele davon derzeit überhaupt noch im Handel liegen, lässt sich nicht beziffern.
Interessant dürfte deshalb sein, was der Produktionsstopp mit der Nachfrage macht. Auch zu möglichen Auswirkungen auf Begehrlichkeit und Wert der bestehenden Colliers gibt Wellendorff derzeit keine Prognose ab. Sicher ist nur: Mit jedem verkauften Exemplar wird die Zahl der noch verfügbaren Kordeln kleiner.
Eine Einladung an Sammlerinnen und Sammler
Doch bei diesem Abschied soll es Wellendorff nicht nur um Stückzahlen gehen. Die Familie möchte vor allem die Geschichten bewahren, die in 49 Jahren mit den Kordeln entstanden sind. Sammlerinnen und Sammler auf der ganzen Welt sind eingeladen zu erzählen, was sie mit ihrer Kordel verbinden. Vielleicht erinnert sie an einen besonderen Menschen, an einen Erfolg, an Liebe oder einfach an einen Moment des Glücks.
Diese Erinnerungen will die Familie in einem eigenen Wellendorff-Geschichtsbuch sammeln. So endet die Geschichte von „Prinzesse“, „Silky“ und „Comtesse“ nicht mit der letzten gefertigten Kordel, sondern bei den Menschen, die sie tragen.
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