Palladium besonders betroffen
Chinas E-Auto-Boom belastet Edelmetallmarkt
BYD (Build Your Dreams) ist ein chinesischer Hightech-Konzern und mittlerweile eine der weltweit größten Automarken für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge.
Bild: shutterstock / Hidden Peak
Der Wandel hin zur Elektromobilität in China könnte die Nachfrage nach Palladium in diesem Jahr deutlich dämpfen. Darauf weisen die Analysten von Heraeus hin und erklären: Hintergrund ist die anhaltend starke Verlagerung der chinesischen Automobilproduktion auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs), die im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor keine Abgaskatalysatoren und damit auch kein Palladium benötigen.
Mehr E-Autos als Verbrenner
Im Mai 2026 überstieg die Produktion von BEVs in China erstmals die Fertigung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Während 937.000 Elektroautos vom Band liefen, wurden lediglich 702.000 Fahrzeuge mit herkömmlichem Benzinantrieb produziert. Der Anteil der BEVs an der gesamten Pkw-Produktion lag damit bei 41,8 Prozent, während Benziner nur noch auf 31,3 Prozent kamen. Einschließlich Plug-in-Hybriden entfielen in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits mehr als die Hälfte der chinesischen Pkw-Produktion auf sogenannte New Energy Vehicles (NEVs).
PGMs stark von der Entwicklung betroffen
Für den Markt der Platingruppenmetalle (PGM) hat diese Entwicklung direkte Folgen. Zwar benötigen exportierte Fahrzeuge mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb weiterhin Katalysatoren mit vergleichsweise hohen Edelmetallbeladungen, insbesondere für den europäischen Markt mit seinen strengen Emissionsvorschriften. Der wachsende Anteil vollelektrischer Fahrzeuge reduziert jedoch den Bedarf an Autokatalysatoren insgesamt.
Nach Einschätzung der Analysten könnte die weltweite Automobilnachfrage nach Palladium deshalb 2026 um mehr als fünf Prozent zurückgehen. Verantwortlich sind sowohl die sinkende Produktion klassischer Verbrenner in China als auch die fortschreitende Elektrifizierung des Fahrzeugmarktes.
Trotz dieser schwächeren Nachfrage sehen die Analysten von Heraeus kurzfristig nur begrenzten zusätzlichen Preisdruck. Der Palladiumpreis hat bereits einen erheblichen Teil der erwarteten Entwicklung eingepreist und liegt inzwischen mehr als 40 Prozent unter seinem Höchststand vom Januar. Die aktuelle Marktlage gelte daher zwar als wenig preisstützend, größere Kursverluste könnten jedoch bereits weitgehend vorweggenommen sein.
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