Südafrikanisches Bergbauunternehmen setzt auf die Zukunft des Platinmarktes

ARM investiert in Platinförderung

African Rainbow Minerals (ARM) bringt mit einer Millioneninvestition die Platinmine Bokoni in Südafrika zurück auf Produktionskurs. Langfristig könnte das Projekt das Angebot an Platin und anderen Platingruppenmetallen stärken, schreibt Heraeus.

04. Aug. 2026 Christian Lücke
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Der südafrikanische Bergbaukonzern African Rainbow Minerals (ARM) hat die Wiederentwicklung der Platinmine Bokoni beschlossen. Für das Brownfield-Projekt sind Investitionen von rund 15,2 Milliarden südafrikanischen Rand, umgerechnet etwa 730 Millionen Euro, vorgesehen, berichtet Heraeus. Ziel sei es, eine der größten Platingruppenmetall-(PGM)-Ressourcen Südafrikas schrittweise wieder in Produktion zu bringen.

Im Rahmen des Projekts wird die bestehende Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen pro Monat modernisiert. Zusätzlich soll eine neue Anlage mit einer monatlichen Kapazität von 120.000 Tonnen entstehen. Ein vergleichbarer Ausbau war 2025 zunächst gestoppt worden, nachdem die damalige Produktion nicht die erforderlichen Mengen für einen wirtschaftlichen Betrieb erreicht hatte.

Start der Förderung Ende 2027, volle Produktionskapazität 2032

Die erste Förderung aus Bokoni ist für Ende 2027 geplant. Die volle Produktionskapazität soll im Jahr 2032 erreicht werden. Im Endausbau wird die Mine voraussichtlich rund 350.000 Unzen Platingruppenmetalle (6E-PGMs) pro Jahr fördern, berichtet Heraeus. Davon entfielen etwa 120.000 Unzen auf Platin. Abgebaut wird das UG2-Erzflöz des Bushveld-Komplexes, das als eine der wichtigsten Lagerstätten für Platingruppenmetalle weltweit gilt.

Nickelbergwerk Nkomati ab Oktober 2026 wieder in Betrieb

Parallel genehmigte ARM auch die Wiederaufnahme des Nickelbergwerks Nkomati. Dort soll der Bergbau im Oktober wieder anlaufen und im Vollbetrieb zusätzlich rund 10.000 Unzen Platin als Nebenprodukt des Nickelabbaus pro Jahr liefern.

Signal für langfristige Perspektive im südafrikanischen Platinsektor

Die Investitionsentscheidungen gelten als Signal für ein wachsendes Vertrauen in die langfristigen Perspektiven des südafrikanischen Platinsektors. Hintergrund ist die Erwartung, dass jahrelange Unterinvestitionen und die Erschöpfung bestehender Schächte das Angebot an Platingruppenmetallen künftig verknappen könnten. Kurzfristig dürfte Bokoni den Platinmarkt jedoch kaum entlasten, da nennenswerte zusätzliche Mengen erst gegen Ende des Jahrzehnts verfügbar sein werden.

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