Deutsche Organisation im Aufbau
Damiani kommt zurück
Aktuelles Kampagnenmotiv von Damiani (links) und Alexander Gutierrez Diaz
Bilder: Damiani
Wie würde es mit Baume & Mercier weitergehen, nachdem die Uhrenmarke von der Richemont-Gruppe zur italienischen Damiani-Group gewechselt war? Jetzt wissen wir eine ganze Menge mehr, denn Alexander Gutierrez Diaz ist zurück. Er war bereits zwischen 1999 und 2020 im Richemont-Konzern vor allem für Baume & Mercier, zuletzt als General Manager Northern Europe, zuständig und hat dann sechs Jahre lang als CEO die Tempus Arte Gruppe mit der exklusiven Manufakturmarke Lang & Heyne sowie der Marke Stowa mitgestaltet.
Seit Oktober ist Gutierrez in der Position des Wholesale Director Northern Europe bei der Damiani-Gruppe angestellt – und baut eine deutsche Organisation auf. Das bislang dreiköpfige Team von Baume & Mercier, das bisher noch in den Räumlichkeiten von Richemont in München arbeitet, wird nicht nur räumlich umziehen, sondern auch mit zusätzlichen Mitarbeitern eine neue Herausforderung annehmen: Den Vertrieb von Damiani Schmuck in Deutschland und Österreich.
100 Prozent Made in Italy
Die traditionsreiche Marke ist ein echtes Juwel in der Schmucklandschaft. Es ist eine echte Weltmarke in Familienbesitz. Noch heute leiten die drei Geschwister Silvia, Guido und Giorgio Grassi Damiani in dritter Generation das Unternehmen, unterstützt von CEO Jérôme Favier. Letzterer, auch er mit Richemont-Vergangenheit bei Cartier und Jaeger-LeCoultre, sieht Damiani selbstbewusst als „Kleiner unter den Großen“. Die Freiheiten, die man als Familienunternehmen realisieren kann, wird auch Gutierrez gern nutzen. Argumentativ hat er es einfach. Damiani ist eine waschechte Manufaktur, berichtet Gutierrez nach seinem Besuch in den Produktionsstätten in Norditalien. Garantiert 100 Prozent Made in Italy, sagt er. Kein einziger Produktionsschritt sei ausgelagert – gearbeitet wird auf handwerklichem Spitzenniveau. Die einzigen zugekauften Teile sind Swiss-Made-Quarzwerke für die Damiani-Schmuckuhren. Apropos Uhren: Wie Gutierrez berichtet, ging mit dem Verkauf von Baume & Mercier übrigens auch das eigene Manufaktur-Automatikkaliber „Baumatic“ in die Hände von Damiani über.
Neustart im deutschsprachigen Raum
Bislang ist die Marke im deutschsprachigen Raum lediglich an zwei Verkaufsstellen vertreten. Eine Kooperation mit einem der international führenden Juweliere ist bereits vereinbart und soll noch 2026 auch in Deutschland und Österreich an den Start gehen. Die Eröffnung eigener Boutiquen ist laut Gutierrez derzeit nicht vorgesehen. Damit trifft die enorme globale Stärke von Damiani, die weltweit derzeit an 350 Verkaufspunkten und 75 Boutiquen in allen entscheidenden Märkten präsent ist, auf einen echten, exklusiven Neustart im deutschsprachigen Raum.
Kernverkaufspreislage zwischen 3.000 und 15.000 Euro
Juweliere, die Damiani künftig in ihr Sortiment aufnehmen, werden ihre Auswahl frei aus der Kollektion treffen können. Gutierrez verspricht maßgeschneiderte Pakete für jeden POS. Für den hiesigen Markt sieht er vier Schwerpunkte in der Kernverkaufspreislage zwischen 3.000 und 15.000 Euro. Die verspielte Kollektion „Mimosa“ mit patentiertem Flex-System, die Drehringe der „Belle Époque“-Linie, die ikonische Kreuz-Kollektion ab 2.000 Euro sowie die Kollektion „Margherita“, die von klassischem Brillantschmuck bis zu farbenfrohen Kreationen reicht. Qualitativ gibt es bei Damiani keine Kompromisse. Grundsätzlich alle Diamanten, selbstverständlich nur natürliche, sind ab einem Gewicht von 0,23 ct. GIA-zertifiziert und in den höchsten Qualitätsstufen der bekannten Cs. Quasi als Qualitätsbeweis bietet Damiani zwei besondere Services an. Zum einen ist jedes Schmuckstück für drei Jahre gegen Raub und Diebstahl versichert. Dies bezieht sich auf jedes Schmuckstück, nicht nur die Masterpieces. Der Kunde muss dazu lediglich einen Code aktivieren, der jedem Schmuckstück beiliegt. Zum anderen gibt es einen Upgrade-Service. Wenn man beispielsweise einen Solitär mit einem Halbkaräter gekauft hat und zehn Jahre später auf einen Einkaräter erhöhen will, kauft Damiani jeden Stein zurück, und zwar zum damals bezahlten Preis. Auch dies ist neben der eigenen Herstellung ein Teil der stabilen Wertschöpfungskette.
Bild: Baume & Mercier
Baume & Mercier wieder aktiver
Nun hat Damiani Deutschland und Österreich zu Fokusmärkten erklärt und wird auch auf den roten Teppichen sichtbar sein, berichtet Gutierrez. Parallel dazu wird Baume & Mercier wieder aktiviert. Um die Marke war es in der Zeit rund um den Verkauf still geworden. Gutierrez konzentriert sich vorerst auf bestehende Partner und will auch ihnen eine individuelle Kernkollektion mit hoher Drehgeschwindigkeit zusammenstellen. Im Fokus bleiben die Schnelldreher-Linie „Baumatic“ und die „Riviera“.
Damiani-Group
Damiani wurde 1924 von Enrico Grassi Damiani in Valenza gegründet. Heute leitet sein Enkel Guido als Vorstandsvorsitzender die Gruppe, während sein Bruder Giorgio die kreative Leitung und Schwester Silvia die Unternehmenskommunikation verantworten. Die italienische Unternehmensgruppe designt, produziert, vertreibt und verkauft Luxusschmuck und Luxusuhren.
Neben der Schmuckmarke Damiani sind dies auch die Schmuckmarken Calderoni, Salvini und Bliss sowie die Murano-Glaskunstmanufaktur Venini. Seit 2008 gehört der italienische Schmuck- und Uhrenhändler Rocca zur Gruppe. Der Juwelier betreibt derzeit mehr als 40 Niederlassungen und gehört zu den größten Rolex-Händlern weltweit.
Zwischen 2007 und 2019 war die Damiani-Group an der Börse notiert, bevor sie wieder vollständig in den Familienbesitz überging. Im Januar 2026 gaben Richemont und Damiani offiziell bekannt, eine verbindliche Vereinbarung über den Verkauf der traditionsreichen Uhrenmanufaktur Baume & Mercier unterzeichnet zu haben. Die Übernahme von 100 Prozent der Anteile wurde im Juli 2026 final abgeschlossen.
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