Mountain Province sichert sich Rückkaufsrecht der Anteile
De Beers soll Gahcho-Kué-Mine ganz übernehmen
Die Mine liegt in den kanadischen Nordwest-Territorien, rund 300 Kilometer ostnordöstlich von Yellowknife
Bild: Mountain Province Diamonds
Der Diamantenkonzern De Beers soll künftig alleiniger Eigentümer der kanadischen Diamantenmine Gahcho Kué werden. Bislang wird die Mine als Joint Venture betrieben, an dem De Beers Canada mit 51 Prozent und Mountain Province Diamonds mit 49 Prozent beteiligt sind. Die operative Leitung liegt bei De Beers. Wie der bisherige Joint-Venture-Partner Mountain Province Diamonds mitteilte, sieht eine umfassende Restrukturierungsvereinbarung die Übertragung seines verbleibenden Anteils von 49 Prozent an De Beers Canada vor. Im Gegenzug soll Mountain Province mit Abschluss der Transaktion von den ausstehenden Verbindlichkeiten gegenüber De Beers sowie den entsprechenden Verpflichtungen für Stilllegung, Renaturierung und Umweltsanierung der Mine befreit werden.
Hintergrund der Vereinbarung ist die angespannte Situation auf dem Diamantenmarkt. Mountain-Province-Chef Jonathan Comerford verweist insbesondere auf den deutlichen Preisverfall bei Diamanten im vergangenen Jahr, den er unter anderem auf zollbedingte Unsicherheiten und den Konflikt im Nahen Osten zurückführt.
Mountain Province hält sich Rückkehr offen
Mit der Vereinbarung verliert Mountain Province zwar seine Beteiligung an der Mine, sichert sich jedoch die Möglichkeit einer späteren Rückkehr. Das Unternehmen erhält unter anderem ein Erstangebots- und Vorkaufsrecht für den Fall, dass De Beers die Mine oder wesentliche Mineralrechte veräußern möchte. Zudem kann Mountain Province seinen bisherigen Anteil von 49 Prozent bis zum 31. Dezember 2029 unter festgelegten Bedingungen zurückerwerben.
Parallel dazu haben Gläubiger des Unternehmens zugestimmt, Zins- und Tilgungszahlungen für sechs Monate auszusetzen. Diese Zeit soll Mountain Province nutzen, um seine Bilanz neu aufzustellen und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.
Unabhängig von der Beteiligung an Gahcho Kué behält das Unternehmen die Kontrolle über mehr als 96.000 Hektar an Schürfrechten und Konzessionen in der Umgebung der Mine. Dazu gehören auch die Kimberlitvorkommen Kelvin und Faraday, deren weitere Erschließung bei verbesserten Marktbedingungen infrage kommen könnte.
Für De Beers bedeutet die geplante vollständige Übernahme eine stärkere Kontrolle über einen bedeutenden kanadischen Förderstandort. Zugleich zeigt die Restrukturierung, wie stark der Preisverfall bei Rohdiamanten inzwischen auf die wirtschaftliche Stabilität der Minenbetreiber durchschlägt. Ob sich die Marktbedingungen nachhaltig verbessern, bleibt abzuwarten.
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